Flugverkehr

Wie Familien entspannt im Flugzeug reisen

Ein Verbraucherportal gibt Tipps für Eltern, die mit ihrem Nachwuchs in den Urlaub fliegen wollen

- Sommerzeit ist Ferienzeit. Aber vor der An- und Abreise an den Urlaubsort haben viele Eltern Angst: gelangweilte und quengelnde Kinder, zu kalt eingestellte Klimaanlagen und keine Bewegungsfreiheit im Flieger. Rechtsexperte Philipp Kadelbach vom Verbraucherportal flightright gibt Familien Tipps, um unnötige Stressfallen bei Flugreisen zu vermeiden.

Vorbereitung & Boarding

Es empfiehlt sich, bereits am Vortag des geplanten Abflugtages online bei der Airline einzuchecken. Mit den Bordkarten können Familien am Flugtag direkt zum Gate durchgehen. Lange Wartezeiten, Verzögerungen und unvorhergesehene Komplikationen am Schalter können so vermieden werden. Seit Kurzem müssen Kinder bei Auslandsreisen einen eigenen Reisepass besitzen - die Eintragung in den Pass der Eltern ist nicht mehr länger gültig. Fluglinien bieten Familien mit Kindern die Möglichkeit des Pre-Boardings. Mit Reservierung können Eltern am Flugtag als Erste ins Flugzeug steigen. Eine Möglichkeit ist dann auch, dass ein Elternteil mit den Kindern in der Abflughalle bis zum Ende des Boardings wartet, während der andere Elternteil schon mal die Sitzplätze vorbereitet.

Säuglinge & Kleinkinder

Grundsätzlich können bereits Säuglinge ab der ersten Lebenswoche mit auf eine Flugreise genommen werden. Lediglich bei Erkältungssymptomen und Ohrenschmerzen raten Experten davon ab. Für den Druckausgleich während des Starts und der Landung sorgen Schnuller. Alternativ hilft es auch, den Kindern etwas zu trinken oder die Brust zu geben. Damit Säuglinge und Kleinkinder während des Fluges im klimatisierten Flugzeug nicht frieren oder bei der Ankunft im Urlaubsland durch falsche Kleidung sofort schwitzen, sollten Eltern ihre Kinder im Zwiebellook ankleiden. So können sie je nach Bedarf und Temperatur Kleidungsstücke an- oder ausziehen.

Sitzplatz

Durch den eingeschränkten Bewegungsradius werden Kinder gerade während längerer Flugreisen oft unruhig. Damit der Flug nicht mit Tränen und Geschrei verbracht wird, sollten Eltern die erste Sitzreihe hinter den Trennwänden nutzen. Mehr Beinfreiheit ermöglicht es den Kindern, auf dem Boden zu spielen oder herumzukrabbeln. Für Säuglinge bis zehn Kilo Körpergewicht befinden sich in diesem Bereich spezielle Babytragetaschen, die an die Vorderwände angebracht werden können. Eltern können auch einen eigenen Kindersitz mit ins Flugzeug zu nehmen. Dieser wird in Flugrichtung mit dem Sicherheitsgurt auf einem separaten Sitzplatz befestigt. Ein zusätzlicher Sitzplatz kostet jedoch je nach Airline bis zu zwei Drittel des regulären Ticketpreises.

Wartezeiten

Bei unvorhergesehenen Wartezeiten und Verzögerungen ist es ratsam, einen zusätzlichen Windel- und Nahrungsvorrat mitzunehmen. Aufgrund der trockenen, klimatisierten Luft im Flieger sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wasser für Fläschchen gibt es an Bord; auf Anfrage erwärmt das Personal auch den Babybrei. Wird der Flug storniert, sollten Familien nicht lange warten, sondern sofort handeln. Am besten umgehend den Ticketschalter der Fluggesellschaft aufsuchen, um sich über Ersatzflüge zu informieren. Die Airlines sind verpflichtet, für eine schnellstmögliche alternative Beförderung zu sorgen. Verzögern sich Abflug und Ankunft um mehr als drei Stunden, sind Fluggesellschaften darüber hinaus zu Entschädigungszahlungen von bis zu 600 Euro pro Person verpflichtet.