Kinder Kinder

Aufgeschnappt und aufgeschrieben

Freitagabend, ein Wohnzimmer in Zehlendorf

Welch ein Schuss! Was für ein Anblick! Mit aller Kraft donnert der deutsche Spieler den Ball ins Tor. Das Stadion bebt, die Fans sind kaum mehr zu halten und auch daheim vor dem Fernseher ist die Freude bei den achtjährigen Töchtern und ihrem Vater enorm. Gespannt beobachten sie die Umarmungen auf dem Spielfeld und wie sich dann alles langsam wieder um den Mittelkreis zur Fortsetzung versammelt. Aber weil es einfach so schön war, wird das Tor noch einmal in der Wiederholung gezeigt.

Neuerlich große Begeisterung im Wohnzimmer. Eines der Mädchen ruft ganz hingerissen: "Genau wie das Tor davor!"

Der Vater macht sich in Gedanken die Notiz: "Dringend öfter Fußball gucken mit den Kindern."

Patrick Goldstein

Sonnabend, 20.30 Uhr, in Charlottenburg

Die Eltern machen sich auf den Weg zu einer Party bei den Nachbarn. Plötzlich bemerken sie, dass der achtjährige Sohn ebenfalls seine Schuhe anzieht.

"Was hast du denn vor?", fragt die Mutter überrascht.

Darauf der Sohn: "Ich komme mal mit rüber, wenigstens kurz 'Guten Abend' sagen. Das ist doch unhöflich, wenn ich mich da gar nicht blicken lasse."

Anette Nayhauß

Sonntag, 10.45 Uhr, S-Bahnhof Schöneweide

Durchsage auf dem Bahnsteig. Eine S-Bahn fällt aus. Eine Mutter mit ihrer vielleicht achtjährigen Tochter ärgert sich lautstark.

Die Tochter aber setzt sich auf eine Bank und sagt so laut, dass es alle Umstehenden hören: "Mutti, jetzt brauchen wir nur Hoffnung und Vertrauen."

Sören Kittel

Dienstag, 18 Uhr, in einem Badezimmer, Kreuzberg

Die Zweijährige will Creme aus einer Tube drücken. Leider kommt nichts raus. Daraufhin die Mutter: "Du musst die Tube auf den Kopf stellen, dann kommt auch etwas raus."

Prompt stellt das Mädchen die Tube auf ihren Kopf - und wundert sich, dass immer noch nichts herauskommt.

Jule Krempin

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