Geldtipp

Wo gibt es heute noch sechs Prozent Zinsen fürs Geld?

Allenthalben Scharlatane oder hochriskante Firmen bieten Sparern solch üppige Renditen.

Und der solide deutsche Staat, zumindest dann, wenn man es geschickt anstellt. Wer seine Steuerklärung verspätet abgibt, muss sechs Prozent Strafzinsen auf seine Steuer-Schuld leisten. Der hohe Satz ist eine (sentimentale!) Erinnerung an Zeiten, als Zinsen von fünf oder sechs Prozent die Norm waren. Der Fiskus hat die Konditionen noch nicht auf das herrschende Niedrig-Niveau angepasst.

Und hier liegt die Chance für Sparer. Wer vom Staat mit Verspätung eine Steuerrückzahlung erhält, bekommt diese nämlich auch mit monatlich 0,5 Prozent verzinst. Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach dem Kalenderjahr der Steuererklärung.

Gerade Familien können den Fiskus als renditestarke Sparkasse nutzen. Arbeitnehmer sind oftmals nicht zur Steuererklärung verpflichtet. Doch meist lohnt sie, denn Vater Staat beteiligt sich an vielem: Kinderbetreuung, Schulgeld, Kitagebühren, oder Krankenkassenbeiträge - bis zu vier Jahre im Nachhinein. Wer auf die Gutschrift nicht angewiesen ist, reicht die freiwillige Erklärung möglichst spät ein und erhält rund 2,5 Jahre Zinsen.