Vorbereitung

Nicht ohne unser Haustier

Sommerurlaub: Wenn Familie Twyrdy verreist, sind Hund und Katze stets dabei. Gut geplant, wird die Fahrt keine Strapaze

- Ein Sommerurlaub ohne ihre Haustiere, das geht für Familie Twyrdy gar nicht. Nicht nur die 15-jährige Kimberly kann sich nicht für Wochen von Lucky, dem sechsjährigen Parson/Jack Russel-Terrier und Figaro, ihrem schwarz-weißen Kater trennen. Auch ihre Eltern Michael und Ilona und ihr großer Bruder Christopher nehmen die vierbeinigen Lieblinge gern mit. Und so gleicht der Aufbruch ins italienische Feriendomizil einer kleinen Expedition. Da kann es selbst im Landrover eng werden, denn neben den Koffern und Taschen der vierköpfigen Familie muss auch für die beiden Tiere noch einiges Gepäck hineinpassen.

Auf dem Rücksitz zwischen den Kindern steht auf einer Tasche dann die Tragekiste für den Kater, hinten bei den Koffern muss Luckys stabile Transportkiste Platz finden, die groß genug ist, dass der Hund darin stehen und sich drehen kann. Dazu kommt noch Zubehör, Futter und Spielzeug für die Tiere, die Kuscheldecke und zudem Flaschen mit Wasser zum Schlabbern für zwischendurch. Ilona Twyrdy bleibt entspannt: "Das passt schon, zum Glück brauchen wir im Sommer in Italien nicht viele Klamotten, und Bettwäsche und Handtücher gibt's im Ferienhaus", sagt die 44-Jährige.

Etwa 15 Stunden sind die Twyrdys unterwegs, bis sie das 1500 Kilometer entfernte Abruzzendorf erreichen, in dem sie seit Jahren ihren Sommerurlaub verbringen. "Wir machen sehr viel mehr Pausen, als man ohne Tiere machen würde", sagt Michael Twyrdy. "Ein Hund braucht Bewegung. Alle zwei Stunden halten wir an, damit die Tiere mal raus und ihr Geschäft machen können" - auch der Kater, für den sie sonst noch ein Katzenklo mitnehmen müssten. Da schauen sie lieber, dass sie ab und zu ein sandiges Plätzchen finden, wo der Kater scharren kann. Damit Figaro ihnen unterwegs oder am Urlaubsziel nicht ausbüxt, haben sie eine Leine für ihn angeschafft. Fünf Meter lang, damit er auch den Garten ihres Ferienhauses in den Olivenhainen erkunden kann. Der ist zwar gut umzäunt, aber sicher ist sicher.

Zuerst geht es zum Tierarzt

Eine Reise mit Tieren sollte gut vorbereitet werden. Bevor es ans Packen geht, ist erst einmal ein Besuch beim Tierarzt angesagt. "Innerhalb der EU brauchen Hunde, Katzen und Frettchen einen Chip, einen EU-Ausweis und eine Tollwutimpfung", sagt Tierärztin Dr. Angelika Block. Für Reisen außerhalb der EU könnten weitere Impfungen dazu kommen, da sollte man sich auf den Reisehomepages der Länder vorher informieren. Für Hunde gehört immer ein Maulkorb ins Gepäck.

Um die Tiere vor Parasiten zu schützen, haben Twyrdys zusätzlich noch Zeckenhalsbänder und -gels sowie eine Zeckenzange dabei, vor und nach der Reise bekommen die Tiere zudem eine Wurmkur. "Die sind besser vor Parasiten geschützt als wir", sagt Michael Twyrdy und lacht.

Abgesehen von den medizinischen und formalen Dingen sollten die Tiere auch auf die Fahrt vorbereitet werden. "Ob Auto, Bahn oder Flieger - verreisen ist für Tiere immer Stress", sagt Angelika Block. Deshalb lohne es, sich gut zu überlegen, ob man ihnen die Strapaze zumutet. "Kleintiere und Kaninchen kann man leicht bei Freunden unterbringen. Die würde ich eher nicht mitnehmen", rät die Ärztin. Kaninchen beispielsweise reagierten besonders empfindlich auf Hitze im Auto. Kurztrips sind eher nichts für Katzen und auch wenn die Herrchen länger wegfahren, sollten Miezen, die an den Ort gebunden sind, besser zu Hause bleiben.

Beginnt nach der Fahrt eine längere gemeinsame Zeit am Urlaubsort und sind die Vermieter einverstanden, könne man jedoch mit den meisten Hunden und auch mit Katzen gut verreisen. "Es gibt durchaus anhängliche Katzen, die stärker an Personen als an den Ort gebunden sind", sagt Angelika Block. Ihnen könnte eine Trennung unter Umständen mehr Stress bereiten als die Reise in ein Ferienhaus. Katzen sollte man jedoch möglichst früh ans Reisen gewöhnen. Dann sei das kein Problem. Man kann sie positiv konditionieren und zum Beispiel an die Transportbox gewöhnen, indem man sie regelmäßig hineinsetzt und dort etwas Futter gibt. Auch kleine Autofahrten, die mit etwas Futter angenehm verlaufen, sowie vertraute Gegenstände und Gerüche helfen.

Nicht alle Tiere vertragen das Autofahren auf Anhieb. Sie müssen mit der ungewohnten Situation und der Geschwindigkeit klarkommen, mit der die Außenwelt an ihnen vorbeirauscht. Das kann sich wie beim Menschen auf den Gleichgewichtsinn auswirken, sensible Hunde und Katzen spucken dann. Im Zweifel sollte man sie deshalb vor der Abfahrt nicht füttern. Einige Katzen fangen an zu brüllen. "Gegen die Übelkeit gibt es auch für Tiere Tabletten", sagt die Tierärztin, "sie können sich aber ans Autofahren gewöhnen". Bei einer längeren Strecke oder auch im Flieger - wo größere Tiere im Frachtraum reisen müssen - könnten auch Beruhigungsmittel Sinn machen. Wichtig sei, dass sie gut gesichert sind, damit sie im Auto bei einer Vollbremsung nicht zum Torpedo werden. Hunde können im abgetrennten Kofferraum reisen oder auch mit speziellen Gurten angeschnallt werden. Für alle Tiere gibt es zudem stabile Transportkisten, die gut fixiert sein müssen.

Alternative Tierpension

Die Tiere der Twyrdys sind Reisen gewöhnt. Lucky liebt Autofahren und auch Figaro hat bereits eine lange Tour problemlos überstanden. "Er ist uns im vergangenen Sommer in Italien zugelaufen", sagt Ilona Twyrdy. Winzig und mager sei er gewesen und wollte nicht mehr weg. Da ist nicht nur Kimberly schwach geworden.

Nur ein Familienmitglied fehlt auf der Reise in den Süden. Für den zwölfjährigen Schäferhund Max wäre die Fahrt zu anstrengend. Für ihn hat Michael Twyrdy eine schöne Tierpension im Umland gesucht. "Da gibt es genügend Möglichkeiten", sagt er. "Niemand muss sein Tier aussetzen, wenn er in den Urlaub fährt."