Ratgeber

Kann ich eine Hirnhautentzündung selbst diagnostizieren?

Vor ein paar Tagen hatte mein achtjähriger Sohn Bruno Fieber und Kopfschmerzen. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass er eine Hirnhautentzündung haben könnte, von der so viel Gefährliches berichtet wird. Wie kann ich das feststellen?

Ina G., Steglitz

Eine Hirnhautentzündung beziehungsweise Meningitis ist tatsächlich eine gefährliche Erkrankung, insbesondere wenn sie durch Bakterien verursacht wird. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der inneren Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umschließen. Wenn es zu einer schweren Entzündung kommt, löst das zum einen starke Schmerzen aus und im weiteren Verlauf, wenn man nicht mit einem Antibiotikum die Bakterien bekämpft, kommt es zu einer Schädigung des Gehirns und gegebenenfalls sogar zum Tod.

Da die Erkrankung so gefährlich ist, wird mittlerweile gegen den häufigsten Erreger, die Hämophilus influenza-Bakterien, geimpft und wir sehen glücklicherweise keine solchen Meningitisfälle mehr. Es gibt aber noch selten die Infektionen mit den so genannten Meningokokken. Bei einer solchen Infektion kann man zunächst die Beschwerden nicht von einer normalen Sommergrippe unterscheiden; die Kinder haben Fieber, Kopfschmerzen und fühlen sich sehr krank. Im Unterschied zur Grippe haben Kinder mit einer Meningitis aber in dieser Erkrankungsphase ein sehr charakteristisches Schmerzbild: Wenn sie den Kopf beugen, haben sie ganz besonders starke Schmerzen im Nacken und können daher den Kopf nicht heben oder auf die Brust beugen. Im weiteren Verlauf entwickeln sich dann bei den Kindern manchmal kleine Blutungen in der Haut irgendwo am Körper, die als kleine rote Punkte erscheinen und Petechien genannt werden.

Wenn Sie bei Ihrem Kind, das Fieber und Kopfschmerzen hat, feststellen, dass es problemlos und ohne weitere Schmerzen den Kopf auf die Brust beugen kann, ist es erst einmal unwahrscheinlich, dass es eine Meningitis hat. Wenn eine Nackensteife auftritt oder rote Hautpunkte zu sehen sind, muss man sehr schnell ein Krankenhaus aufsuchen, da dann unverzüglich eine Antibiotikatherapie begonnen werden muss.

Prof. Dr. Heiko Krude ist Arzt für Kinder- und Jugendmedizin und Kommissarischer Leiter der Klinik für Pädiatrie der Charité

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