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Was die Taufe mit dem Osterfest zu tun hat

Ostern und die Bibel Traditionell ist die Taufe eng mit dem Osterfest verknüpft. Ursprünglich war dies der einzige Tauftermin. Dies hängt mit dem sogenannten Taufbefehl zusammen. In der Bibel heißt es, Jesus sei am dritten Tag nach seiner Kreuzigung, also an Ostern, auferstanden und habe sich seinen Jüngern gezeigt. Nach dem Markus-Evangelium hat er ihnen befohlen: "Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Zunächst wurden nur Erwachsene getauft, erst ab dem vierten Jahrhundert auch Babys. Da die Sterblichkeitsrate von Säuglingen damals sehr hoch war, wurden sie meist gleich nach ihrer Geburt getauft, darum verlor die Taufe in der Osternacht beziehungsweise an Ostern zunehmend an Bedeutung. Inzwischen besinnen sich viele Gemeinden aber wieder auf die österliche Tauftradition und taufen zum Beispiel in der Osternacht Konfirmanden, die bis dahin noch keine Taufe bekommen haben.

Übernahme einer Patenschaft Die Patenschaft ist ein Ehrenamt in der christlichen Kirche. Der Taufpate bzw. die Taufpatin begleitet den Täufling während dessen Taufe und ist Zeuge der Sakramentenspendung. Sein bzw. ihr Name wird auch im Kirchenbuch eingetragen.

In der katholischen Kirche darf nur Taufpate werden, der auch selbst der katholischen Kirche angehört, heißt es beim Erzbistum Berlin. Wer Mitglied einer anderen Religionsgemeinschaft ist, kann Taufzeuge sein.

Bei einer evangelischen Taufe sollte ein Pate der evangelischen Kirche angehören und zum Abendmahl zugelassen sein. Das heißt, die Übernahme eines Patenamtes ist bereits für Jugendliche nach ihrer Konfirmation möglich. Aber auch Mitglieder einer Kirche, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen gehört, können Taufpaten werden. Zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehören auch Katholiken und viele Freikirchen.

Wenn die Eltern keinen geeigneten Paten finden, bieten manche Gemeinden auch an, einen Paten aus den Reihen der Gemeinde zu stellen, um die Patenkriterien formell einzuhalten. Eine Höchstgrenze für die Zahl der Paten für einen Täufling gibt es nicht.

Taufen in Berlin 2006 wurden in der katholischen Kirche in Berlin 1685 Kinder getauft, 2009 waren es 1821 Kinder. Diese Zahl sei auch in den vergangenen beiden Jahre ähnlich, sagt Stefan Förner vom Erzbistum Berlin. Einen leichten Zuwachs, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau, sieht er bei den Erwachsenentaufen: "Die Zahl entwickelt sich hier von 100 allmählich auf 200 zu."

In der evangelischen Kirche in Berlin ging die Zahl der Taufen in den vergangenen fünf Jahren leicht zurück. Gab es 2005 noch 3749 Kindertaufen, wurden 2010 in der Hauptstadt 3339 Kinder bis 14 Jahre getauft.

Weiterführende Infos Anregungen zur Gestaltung der Taufe und Informationen zum Ablauf gibt es auf der Seite www.taufe-texte.de des Theologen und Pädagogen Frank Maibaum. Dort geht es in einem Kapitel auch um das Thema Taufpaten.

Die evangelische Kirche Berlin hat eine Taufbroschüre zusammengestellt, die unter www.ekbo.de/969199/ heruntergeladen werden kann.

Andere Religionen Im Islam gibt es die Taufe nicht. Demnach wird man schon als Moslem geboren. Im Judentum ist Jude, wer eine jüdische Mutter hat, d.h. es braucht keine Taufe, um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Im Buddhismus und Hinduismus gibt es die Taufe im christlichen Sinne ebenfalls nicht.