Kinderbücher

Spannendes und Lustiges zum Vorlesen und Selberlesen

Erhard Dietl: Gustav Gorky (Oetinger, 12, 95 Euro, ab 8 Jahren) Die Erdlinge sind echt komische Wesen. Das findet zumindest der Weltraumreporter Y3 vom Planeten Gorky. Der Außerirdische mit einem Rüssel voll Sternenstaub soll über den Planeten Erde berichten. Mit der Erdlings-Familie Bröselmann gerät er in viele gefährliche Situationen. Und das alles nur wegen seiner selbst entwickelten Erdbeer-Gurken. In lustigen Illustrationen hält Gorky fest, was er auf der Erde so alles lernt. Für einen Außerirdischen ist das Verhalten der Menschen aber ziemlich altmodisch. Wie unpraktisch, dass sie ständig schlafen müssen. Das Problem hat man auf Gorkys Planeten längst gelöst. Durch seiner Neugier und Offenheit kann man die Erde mit großem Abstand betrachten - ein lustiges Erlebnis.

Maris Putnins: Die wilden Piroggenpiraten (Fischer, 14,99 Euro, ab 10 Jahren) Eine wirklich verrückte Geschichte: Die zuckersüße Mohnschnecke wird die Anführerin wilder Piroggenpiraten. Und die Abenteuer lassen nicht auf sich warten! Maris Putnins entführt die Leser in eine unglaubliche Welt voll Köstlichkeiten, die aber allesamt nicht zum Essen bestimmt sind. Zwieback, Eclair, Hörnchen und andere Leckereien sind Helden, Bösewichte oder flüchtige Bekanntschaften auf der Abenteuerfahrt. Eine wunderbar kreative Idee. Allerdings ist Durchhaltevermögen gefragt: Die spannende Reise dauert insgesamt 656 Seiten.

Tobias Elsässer: Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit. Band 1 (Sauerländer, 12,99 Euro, ab 10 Jahren) Ein kleiner Tornado im Kinderzimmer, ein Roboter, der Hawaiihemden schneidert und hin und wieder ein Ausflug zum Mond - so sieht der Alltag von Linus Lindbergh aus. Der Grund dafür: Opa, Mama und Papa Lindbergh sind Erfinder. Jetzt will auch er Erfinder werden, doch seine erste Erfindung, ein Traumhelm, will einfach nicht funktionieren. Und dann ist auch noch sein Vater verschwunden. Bei dem Versuch, endlich ein großer Erfinder zu werden und seinen Papa zu finden, gerät Linus in ein spannendes Abenteuer. Besonders kreativ und faszinierend sind die fantastischen Orte, die er besucht und die vielen außergewöhnlichen Erfindungen. Bei so viel Spannung auf 218 Seiten muss man gut aufpassen, um nichts zu verpassen.

Marianne Musgrove: Als Opa alles auf den Kopf stellte (Beltz, 5,95 Euro, ab 10 Jahren) Opa ist weg. Mitten in der Nacht. Seine Enkelinnen Kenzie und Thalia, die bei ihm wohnen, finden ihn auf dem Weg zum Supermarkt. Am nächsten Morgen kann sich Opa nicht mehr an seinen nächtlichen Ausflug erinnern. Von nun an müssen die beiden rund um die Uhr auf ihn aufpassen wie auf ein Kind. Denn Opa benimmt sich immer öfter komisch. Kenzie und Thalia versuchen alles, damit niemand mitbekommt, was los ist. Denn die beiden Schwestern, deren Eltern schon gestorben sind, wollen auf keinen Fall zu ihrer älteren Halbschwester Lydia ziehen. Sehr gefühlvoll, aber auch mit viel Humor erzählt Marianne Musgrove, wie die beiden Mädchen versuchen, zu verheimlichen, dass ihr Opa sich nicht mehr um sie kümmern kann. Eine mitreißende, manchmal traurige und vor allem sehr ehrliche Geschichte über Demenz, Verantwortung und gute Freunde, aus der auch Erwachsene noch sehr viel lernen können.

Olaf Hörning: Von Wolkenmaschinen und Kaffee-Kühen (Coppenrath, 9,95 Euro, ab 8 Jahren) "Das kann doch gar nicht stimmen", denkt Lieschen Radieschen oft, wenn ihr Papa ihr die Welt erklärt. Der flunkert, dass sich die Balken biegen. Der Sand soll aus kleinen Tierchen bestehen, die im Meer wohnen, die Stromleitungen sollen Straßen für Seiltänzer sein und Glasscheiben aus Salzwasser bestehen? So ein Quatsch! Gute Laune macht es aber trotzdem und Lust, noch einmal ganz genau nachzufragen. Die Kurzgeschichten erinnern ein wenig an Käpt'n Blaubär. Mit dessen Lügengeschichten kann Lieschens Papa auf jeden Fall mithalten.

Gernot Gricksch: Nicht drücken! (Dressler, 12,95 Euro, ab 10 Jahren) "Plöpp" macht es, und nichts ist mehr wie es war. Ole und Siri haben auf einen Knopf gedrückt und jetzt steht die ganze Welt Kopf. Zumindest benehmen sich die Jungen wie Mädchen und die Mädchen wie Jungen. Siri und Ole hatten schon geahnt, dass irgendetwas nicht stimmt. Denn plötzlich war eine gruselige Frau in einem Kimono aufgetaucht. Nur eine Chance bleibt den beiden, um alles wieder rückgängig zu machen. Ein spannendes Buch über den Unterschied zwischen Mann und Frau, das hinterfragt, ob es überhaupt typisch weibliche und typisch männliche Eigenschaften gibt. Eine gute Idee! Die beiden Geschlechterrollen sind aber leider sehr klischeebehaftet dargestellt.