Gesundheit

Studie: Lösungsmittel können zu Autismus beim Kind führen

Lacke, Farben und andere lösungsmittelhaltige Chemikalien könnten Autismus auslösen - nicht bei denen, die den Chemikalien in Kontakt kommen, aber bei deren Nachwuchs. Darauf deutet eine Pilotstudie US-amerikanischer Forscher hin.

Eltern autistischer Kinder waren demnach häufiger hohen Lösungsmittelbelastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt als Eltern gesunder Kinder. Für mehrere chemische Verbindungen - darunter Lacke, Lackfarbe und das Lösungsmittel Xylol - habe man Hinweise auf einen Zusammenhang mit vermehrten autistischen Störungen der Kinder gefunden, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Autism and Developmental Disorders".

Nach Angaben der Forscher haben frühere Studien bereits erste Hinweise erbracht, dass Kinder mit Autismus häufig in Gegenden mit erhöhten Werten für leicht flüchtige Chlorverbindungen und Luftschadstoffe geboren wurden. Auch Pestizide könnten eine Rolle bei der Entstehung von autistischen Störungen spielen. Ob der Kontakt werdender Mütter mit Lösungsmitteln das Risiko für autistischen Nachwuchs erhöhe, habe man nun erstmals näher untersucht. Dieser Kontakt könne sowohl durch die eigene berufliche Tätigkeit entstehen, aber auch durch Schadstoffe, die vom Partner an Kleidung, Schuhen oder Arbeitsmaterialien mit nach Hause getragen würden.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 174 Familien untersucht, bei denen 93 Kinder autistische Störungen entwickelt hatten und 81 nicht. 25 bis 30 Prozent der Eltern von Kindern mit Autismus berichteten, sie seien beruflich Lösungsmitteln, Farben oder Schmiermitteln ausgesetzt. Die Messungen der Industrie-Hygieniker ergaben für 10 bis 25 Prozent dieser Eltern Belastungen mit Farben, Desinfektionsmitteln und Xylol. "Insgesamt ergänzen diese Ergebnisse die sich verdichtenden Hinweise, dass einzelne Belastungen eine Rolle bei der Entwicklung von autistischen Störungen spielen können", sagt Erstautorin Erin McCanlies vom National Institute for Occupational Safety and Health in Morgantown. Allerdings sei die Studie mit einer kleinen Zahl von Teilnehmern durchgeführt worden und daher nur bedingt beweiskräftig. "Zusätzliche Forschung ist erforderlich", sagt McCanlies.