Geldtipp

Welche Selbstzahler-Leistungen Sie sich beim Arzt besser sparen

Im deutschen Gesundheitssystem ruckelt es an allen Enden: Die Beiträge bei den privaten Kassen steigen massiv, gesetzlich Versicherte müssen immer mehr Leistungen aus der eigenen Tasche bezahlen oder verzichten gleich ganz auf Behandlungen, weil sie zu lange auf Termine beim Spezialisten warten müssen.

Auch wenn viele Schreckensmeldungen dann doch eher Einzelfälle sind und Kranke in Deutschland sich eigentlich keine Sorgen machen müssen, dass ihnen medizinisch notwendige Behandlungen verwehrt werden, sollten sie den Spezialisten nicht blind vertrauen. Seit einigen Jahren bieten sie vermehrt sogenannte IGeL-Leistungen an. Für diese Individuellen Gesundheitsleistungen müssen Patienten selbst aufkommen. Das ist in vielen Fällen eine positive Sache für Arzt und Patient. Der eine bessert sein Budget auf und der andere bekommt wertvolle Untersuchungen - häufig zur Früherkennung. Doch in manchen Fällen überspannen die Mediziner auch den Bogen und denken eher ans eigene als ans Wohl des Patienten. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat jetzt ein neues Internetportal eingerichtet, auf dem Betroffene sich kostenlos und umfassend informieren können. www.igel-monitor.de bewertet die häufigsten Zusatzangebote von Migränevorbeugung über Augeninnendruckmessung bis zu Akupunktur. Insgesamt geben die Deutschen derzeit jährlich laut Krankenkassenschätzungen über 1,5 Milliarden Euro für die medizinischen Extras aus. Das muss nicht sein - denn laut medizinischer Forschung ist der Nutzen oft nicht erwiesen beziehungsweise mit Risiken verbunden. Auf dem Internetportal finden verunsicherte Patienten ein klares Urteil in den fünf Abstufungen "positiv", "tendenziell positiv", "unklar", "tendenziell negativ" und "negativ". Wer sich dennoch für ein Extra entscheidet, sollte sich Kosten und Umfang in einem Kostenvoranschlag schriftlich fixieren lassen.