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Geschichte der Haftanstalt Hoheneck

Historie Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1100 Frauen und etwa 30 Kinder Anfang 1950 aus den aufgelösten sowjetischen Lagern wie Sachsenhausen an die neugegründete DDR übergeben und nach Hoheneck gebracht. Die mächtige Burg im Erzgebirge, die bereits seit Jahrhunderten als Gefängnis gedient hatte, wurde zu einer der berüchtigtsten Justizvollzugsanstalten der DDR. Hier waren neben Kriminellen auch Frauen inhaftiert, die frei ihre Meinung geäußert, sich systemkritisch verhalten oder versucht hatten, auf " illegalem" Weg die DDR zu verlassen.

Kinder die in der Haft geboren wurden, trennte man von ihren Müttern und steckte sie in Heime. Oder sie wurden zwangsadoptiert und kamen zu systemtreuen Eltern, um bei ihnen im Sinne des Sozialismus erzogen zu werden. Erst Jahre später, nach der Entlassung, gab es für sie ein Wiedersehen. Oft suchten die leiblichen Eltern jahrelang verzweifelt nach ihren verlorenen Kindern. Viele fanden durch die lange Trennung nicht mehr zueinander.

Beziehungen scheiterten meist an der Haft in Hoheneck - oft auch erst im Nachhinein. Manchmal kamen die Inhaftierten als andere Menschen aus dem Gefängnis wieder heraus. Damit kamen die Partner häufig nicht zurecht.

Zwangsadoptionen Insgesamt wurden in der DDR mindestens 40.000 Kinder zwangsadoptiert. Viele Schicksale sind bis heute ungeklärt.