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Leben und Werk

Berühmte Familie Als jüngstes Kind der Puppenschöpferin Käthe Kruse und des Bildhauers Max Kruse wurde "Maxl" 1921 in Kösen geboren. Schon früh wollte er Schriftsteller werden, doch seine Mutter hatte andere Pläne. Er sollte einmal ihre Puppenwerkstatt weiterführen und studierte darum erst einmal Volkswirtschaft. Nach Kriegsende baute er das Unternehmen Käthe Kruses erst in Bad Pyrmont, dann in Donauwörth neu auf, denn der ursprüngliche Betrieb im sowjetisch besetzten Bad Kösen in Sachsen-Anhalt sollte enteignet werden. Auch sein erstes Kinderbuch hatte noch mit den Puppen seiner Mutter zu tun: "Der Löwe ist los" sollte eigentlich ein Bilderbuch mit Fotos von Käthe-Kruse-Puppen werden. Veröffentlicht wurde die Geschichte aber schließlich doch ohne die Fotos, sondern mit Zeichnungen, die nichts mit den Puppen zu tun hatten. Und auch Max Kruse entfernte sich bald von der Puppenwelt. 1958 übergab er die Fabrik an eine seiner Schwestern und widmete sich ganz dem Schreiben.

Urmel Nach der Veröffentlichung des ersten Kinderbuches sollte es aber noch zehn Jahre dauern, bis Max Kruse mit den Geschichten des "Urmel" seinen Durchbruch erlebte. Besonders in der Umsetzung durch die Augsburger Puppenkiste eroberte sich das Tier, das eines Tages aus einem tiefgefrorenen Ei aus der Urzeit schlüpfte, schnell eine große Fan-Gemeinde. Zusammen mit den anderen Figuren, die so fantasievolle Namen tragen wie Professor Habakuk Tibatong, Tim Tintenklecks, Seele-Fant, Ping, Wawa oder Wutz erlebt das Urmel eine Reihe Abenteuer. Elf "Urmel"-Bände hat Max Kruse zwischen 1969 und 2000 geschrieben. Neben dem Puppenspiel der Augsburger Puppenkiste wurden die Geschichten auch in den 90er-Jahren in einer mehrteiligen Zeichentrickserie umgesetzt. 2006 wurde das Urmel dann auch noch Kinostar.

Gesamtwerk Auch wenn Max Kruse vor allem durch das "Urmel" bekannt wurde, hat er insgesamt 50 Bücher, vor allem für Kinder und Jugendliche, veröffentlicht - sein jüngstes Buch, "Das silberne Einhorn" (Thiele Verlag, 16 Euro), ist erst ein halbes Jahr alt. Ebenfalls 2011, zu seinem 90. Geburtstag, erschien seine Autobiografie "Im Wandel der Zeit: Wie ich wurde, was ich bin" (Thienemann Verlag, 590 S., 19,95 Euro), in der er vor allem seine Kindheit beschreibt. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei mehr als drei Millionen.

Auszeichnungen Mehrfach standen Kruses Werke auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, so auch der 1985 veröffentlichte Fantasy-Roman "Der Schattenbruder". 2000 erhielt Max Kruse für sein Gesamtwerk den großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Internet Mehr über Max Kruse, sein Werk und seine berühmteste Figur gibt es im Internet unter www.max-kruse-lesen.de und www.max-kruse-urmel.de .