Telefonaktion

Die richtige Schule für Ihr Kind

Werden sie in der Schule mit den richtigen Fächern landen oder doch noch einmal "umziehen" müssen? Werden sie sich wohlfühlen auf ihrem neuen Gymnasium oder der Sekundarschule, oder werden sie ihre Entscheidung schon nach kurzer Zeit bereuen? Viele Schüler der Klasse 6a der Bornholmer Grundschule in Pankow denken über all diese Fragen nach.

Noch sind sie voller Freude über den bevorstehenden Wechsel an eine weiterführende Schule. Und die meisten von ihnen scheinen ihre Schule bereits gefunden zu haben. Das heißt, für sie steht die Wunschschule fest.

Viele Väter, Mütter und ihre Kinder machen sich in diesen Tagen Gedanken, auf welche Schule sie nach der Grundschule gehen sollen. Eltern, die Fragen zum Wechsel auf die weiterführende Schule haben, können sich heute in einer Telefonaktion der Berliner Morgenpost Rat holen. Zwischen 10 und 11 Uhr werden zwei Experten der Bildungsverwaltung Rede und Antwort stehen (siehe unten).

Zusagen gibt es erst Ende April

Viele Kinder der Bornholmer Grundschule wollen im Bezirk bleiben und sich am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium oder am Max-Delbrück-Gymnasium bewerben. Nur wenige ziehen eine Sekundarschule in Betracht. Doch egal, wie sie sich entschieden haben, alle sind zuversichtlich, dass es so laufen wird, wie sie sich das vorstellen.

Ob es aber tatsächlich mit der Wunschschule klappen wird, erfahren die Schüler und ihre Eltern erst Ende April. "Viel zu spät", findet Günter Peiritsch, Vorsitzender des Landeselternausschusses (LEA). "Die Eltern zermürbt dieses lange Warten", sagt er. Peiritsch fordert die Bildungsverwaltung deshalb auf, die Schulen endlich mit der entsprechenden Technik auszustatten, damit sie deutlich schneller mit der Platzverteilung fertig werden und die Eltern zügig informieren können. "Bisher funktionieren aber weder die Schülerdatei noch die EDV-Ausstattung der Schulen", kritisiert der Landeselternsprecher.

Für Peiritsch gehört schließlich auch das neue Aufnahmeverfahren für besonders beliebte Schulen noch einmal auf den Prüfstand. "Es muss transparenter werden", fordert er. Wenn eine Schule stark nachgefragt sei, zähle bei der Auswahl der Schüler neuerdings nicht mehr die Wohnortnähe, sondern an erster Stelle deren Leistung. Lediglich ein knappes Viertel aller weiterführenden Schulen habe darüber hinaus zusätzliche Aufnahmekriterien wie Tests, Aufnahmegespräche oder die Berücksichtigung besonderer Kompetenzen, aufgestellt. "An den beliebten Schulen hat sich auf diese Weise ein Numerus clausus herausgebildet. Das verunsichert die Eltern", sagt Peiritsch.

Problematisch sei das vor allem bei den Sekundarschulen. Dort gebe es nun Schulen mit einem hohen NC. Die seien vollkommen überlaufen, während die so genannten Restschulen alle anderen Schüler aufnehmen müssten. Für Peiritsch ist diese Tatsache die Erklärung dafür, dass viele Eltern, deren Kinder keine gymnasiale Empfehlung hätten, diese trotzdem an einem Gymnasium anmelden würden. Sie hätten einfach Angst davor, statt an einer "guten" Sekundarschule, an einer Restschule zu landen. "Das kann nur verhindert werden, wenn an allen Sekundarschulen eine verbindliche Quotierung eingeführt wird", sagt der Landeselternsprecher. Als gutes Beispiel dafür nennt er die Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg. Dort gilt bei der Aufnahme der Siebtklässler, dass ein Drittel der Bewerber eine gymnasiale Empfehlung haben sollte, ein weiteres Drittel kann auf Realschulniveau und ein Drittel noch darunter liegen. Wenn das für alle Sekundarschulen gelte, würde die Schülermischung stimmen und es gebe auch keine Restschulen mehr, so die Überzeugung Peiritschs.

Was die Gymnasien betrifft, diskutiert die große Koaltion neuerdings über eine Verschärfung der Zugangsregelung. Möglicherweise soll ein verbindlicher NC eingeführt werden. Derzeit gilt der freie Elternwille.

Schwer fällt den Eltern allerdings nicht nur die Entscheidung für die Erstwunschschule. Viele suchen nach der richtigen Strategie für die Wahl der Zweit- und Drittwunschschule. Bei beliebten Schulen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bereits im ersten Auswahldurchgang alle Plätze belegt werden, so dass es chancenlos sein könnte, diese als Zweit- oder Drittschule anzugeben. Dann könnte es sinnvoller sein, eine Zweitschule zu wählen, die nicht zu den begehrtesten gehört, aber gut zu den Stärken des Kindes passt. Denken allerdings alle Eltern so, stößt auch diese Strategie an Grenzen.

Wie groß die Nachfrage im letzten Jahr war, können Eltern bei der jeweiligen Schule oder bei den Schulämter der Bezirke erfragen. 2011 entschieden sich 44 Prozent der Schüler für ein Gymnasium, 56 Prozent für eine Sekundarschule.