Singleberaterin Lisa Fischbach:

"Ein Profil ist wie eine Visitenkarte"

Wo finden Singles den Partner fürs Leben? Im Internet? Lisa Fischbach ist Diplompsychologin, arbeitet als Singleberaterin in eigener Praxis und findet: Warum nicht? Ein Gespräch zwischen ihr und dem Berliner Singleberater Christian Thiel.

Christian Thiel: Ein neuer Partner sollte eines Tages einfach wie ein Pilz aus dem Erdboden geschossen vor mir stehen. Was sagen Sie als Singlecoach zu dieser Einstellung?

Lisa Fischbach: Das ist eine wunderbare romantische Vorstellung und für manche mag sie passend sein. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass diese Form der Suche sehr viel Zeit erfordern kann, möglicherweise Jahre. Auf die zufällige schicksalhafte Begegnung zu warten, hat noch einen weiteren schwerwiegenden Nachteil: Wer nur wartet, der überlässt die Wahl oft den Anderen. Er ist also passiv. Das führt nicht nur dazu, dass Sie sehr wenig Auswahl haben, es hat auch zur Folge, dass sich die Betreffenden zu wenig fragen, was sie selber wollen und wer eigentlich zu ihnen passt. Ich halte es für günstiger, wenn wir uns bei der Partnersuche fragen: Was sollte eine Person mitbringen, die als Partner zu mir passt?

Christian Thiel: Muss es denn unbedingt das Internet sein? Onlinedating - das brauchen doch nur schwer vermittelbare Singles!?

Lisa Fischbach: Das ist ein Klischee, das vor zehn Jahren vielleicht noch gestimmt hat. Heute ist das aus und vorbei. Sie finden heute im Internet einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Sie finden alle Altersgruppen, Sie finden alle Bildungsschichten. Klar gibt es im Netz auch schwer Vermittelbare. Aber die gibt es im realen Leben, beim Singletanzen oder in einer Bar, eben auch. Das Kennenlernen im Internet ersetzt für die allermeisten Menschen auch gar nicht das Flirten im realen Leben - es kommt einfach als weitere Möglichkeit hinzu.

Christian Thiel: Wenn ich mich zur Online-Partnersuche entscheide - worauf muss ich da achten?

Lisa Fischbach: Ein gutes Auswahlkriterium ist die Frage: Wie gut gefällt mir ein Anbieter, wenn ich mich dort aufhalte? Wie ist das Angebot, der Service? Wenn Sie unabhängige Informationen über Suchbörsen im Netz wollen, dann sind Sie bei singleboersen-vergleich.de richtig.

Christian Thiel: Wer im Internet sucht, der muss sich dort in einem Profil präsentieren. Wie macht man das am besten?

Lisa Fischbach: Ich rate sehr dazu, sich Zeit für das Profil zu nehmen und es mit viel Engagement auszufüllen. Schließlich ist das Profil wie eine Visitenkarte. Wer sein Profil ambitioniert ausfüllt, wird so vom Leser wahrgenommen. Füllen Sie daher Ihr Profil unbedingt vollständig aus. Und bleiben Sie dabei nicht zu allgemein, sondern werden Sie persönlich und konkret.

Christian Thiel: Was meinen Sie mit persönlich?

Lisa Fischbach: Wir sollten bei dieser Form des Kennenlernens im richtigen Maß Einblicke gewähren. Dafür sollten wir unsere Eigenheiten und Besonderheiten herausstellen. Natürlich zeigen wir vor allem das Positive - das sind nun mal die Regeln des Flirts. Zum Beispiel gibt es bei Elitepartner eine Rubrik, da sollen Sie Ihr ideales Wochenende beschreiben. Die meisten schreiben dann, dass sie sich einen entspannten Tag mit Spazierengehen wünschen.

Christian Thiel: Nicht sehr konkret.

Lisa Fischbach: Richtig. Und das hilft nicht weiter. Besser ist es, Situationen bildlich zu beschreiben - beispielsweise von den knusprigen Brötchen zu erzählen, die man sich beim Bäcker an der Ecke holt, von der Zeitung, die man genüsslich beim ausgedehnten Frühstück schmökert und dem Wunsch nach frischer Luft bei einem ausgedehnten Spaziergang sowie der anschließenden heißen Schokolade im Lieblingscafé. Wer auf diese Weise von sich und seinem Leben schreibt, unterscheidet sich von anderen Profilen und verbessert damit seine Chancen. Oder ein anderes Beispiel: Manche Nutzer geben in ihren Profilen an, dass sie gerne lesen. Das hilft Besuchern des Profils nicht weiter. Wenn jemand aber sein Lieblingsbuch angibt und zeigt, was ihn daran begeistert, schafft er nicht nur Einblick in sein Leben, sondern baut Brücken für einen Austausch. Darauf lässt sich viel leichter beziehen.

Christian Thiel: Woher weiß ich beim Kennenlernen im Internet, dass jemand wirklich Single ist und nicht verheiratet und auf der Suche nach einer Zweitfrau?

Lisa Fischbach: Achten Sie auf Ihre Intuition. Gehen Sie nicht über ein ungutes Gefühl in der Magengegend hinweg. Auffällig ist, wenn Sie jemanden nie anrufen können, sondern immer auf seiner Mailbox landen und er dann zurückruft. Der gebundene Mann hat in aller Regel am Wochenende keine Zeit. Machen Sie also den Wochenendtest und legen Sie die zweite oder dritte Verabredung auf ein Wochenende. Ein letzter Punkt: Wer unehrlich sucht, der setzt oft auch auf ein hohes Tempo beim Kennenlernen. Der ist bei der ersten Verabredung schon ganz verliebt und bei der zweiten heißt es dann bereits "Zu mir oder zu dir?".