Jugendschutz

Schröder will Internet-Notrufbutton für Kinder

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will im Internet einen zentralen Notrufbutton für Kinder einrichten. Minderjährige sollen sich so unmittelbar an ein Internet-Kinderschutzzentrum wenden können, wenn sie Inhalte als bedrohlich erleben oder selbst etwa Opfer von Mobbing sind.

Dies ist Teil der "Kinder- und Jugendnetzpolitik", die Ministerin Schröder jetzt in Berlin vorstellte.

Nach den Worten der Ministerin gehören zum Kinderschutz im Internet drei Elemente: die Medienkompetenz der Minderjährigen, die Elternverantwortung und der Schutz vor Gefahren im Netz. Die Ministerin will vor allem soziale Netzwerke dazu einladen, den Notrufbutton auf ihren Seiten zu installieren. Sie verwies dabei auf Erfahrungen in Großbritannien. An dem geplanten Internet-Kinderschutzzentrum sollen neben Mitarbeitern des Ministeriums auch die Internetwirtschaft und Initiativen für Prävention und Opferschutz teilnehmen.

Schröder forderte zugleich auch eine effektivere Strafverfolgung bei Straftaten gegen Minderjährige im Netz. Zur Stärkung der Medienverantwortung der Eltern plant die Ministerin eine Informationskampagne. Zudem will sie ein Angebot für ein "Surfen ohne Risiko" in geschützten Räumen bereitstellen und auch noch besser über den Umgang mit Jugendschutzsoftware informieren.

Nach einer Forsa-Studie halten zwar 95 Prozent der befragten Eltern Jugendschutzsoftware für wichtig, aber nur 20 Prozent setzen sie auch ein. Doch trotz aller technischen Möglichkeiten komme den Eltern eine besondere Verantwortung zu, so die Ministerin. Schröder will zugleich die Möglichkeiten einer politischen Mitbestimmung von Jugendlichen über das Internet verbessern. Dazu werde ihr Ministerium den Kommunen entsprechende Online-Lösungen an die Hand geben.