Geldtipp

Eltern können Semestergebühren beim Kindergeld voll anrechnen

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In diesem Jahr bedeutet Kindergeld für erwachsene Sprösslinge noch mal Stress - zumindest, wenn die nicht mehr ganz so Kleinen eigenes Geld verdienen. Ab 2012 fällt die Einkommensgrenze, an die Kindergeld in diesem Jahr noch gekoppelt ist, weg.

Um das Extra vom Staat zu sichern, müssen Familien in diesem Jahr also zum letzten Mal einen Kassensturz machen. Und ganz genau rechnen, um Kindergeld nicht zu verspielen.

Die Fakten: Erwachsene Kinder dürfen maximal 8004 Euro an Einkünften und Bezügen erhalten haben - jeder Cent mehr lässt den Anspruch auf Kindergeld, Kinderfreibeträge und daran gekoppelte Steuervorteile wegfallen.

Wer Kindergeld für ein studierendes Kind beantragt, kann die Semestergebühren voll als ausbildungsbedingten Mehrbedarf abziehen. Der Bundesfinanzhof hat vor kurzem entschieden, dass diese Gebühren nicht als Mischkosten aus dem privaten und öffentlichen Bereich gelten, auch wenn Studenten als Gegenleistung privat nutzbare Vorteile wie ein Semesterticket im Öffentlichen Nahverkehr erhalten (Az.: III R 38/08). Der Grund für die volle Anrechenbarkeit ist, dass Studenten keine Wahl haben, ob sie die Semestergebühren zahlen oder nicht. Der Studierende muss die Gebühren zwingend in voller Höhe entrichten, sofern er (weiter)studieren möchte. Damit, so urteilten die Richter, sind die Gebühren auch voll als Mehraufwand geltend zu machen.

Auch erwachsene Kinder, die sich in einer Berufsausbildung befinden, haben Anspruch auf Kindergeld - bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Zur Ausbildung für einen Beruf gehört dabei auch der Besuch von Allgemeinwissen vermittelnden Schulen. Unter Umständen kann es auch ein Besuch einer Schule oder eines College im Ausland sein.

Wenn das Kind eine Berufsausbildung wegen eines fehlenden Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann, kann Kindergeld ebenfalls bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bezogen werden. Eine Berücksichtigung ist laut Arbeitsagentur ab dem Monat möglich, ab dem das Kind ernsthafte Bemühungen um einen Ausbildungsplatz nachweist. Unerheblich ist dabei, ob sich das Kind aus einer Erwerbstätigkeit heraus bewirbt oder nicht.

Wenn das Kind bei der Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter als arbeitsuchend gemeldet ist und keine mehr als geringfügige Tätigkeit ausübt, kann Kindergeld bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres bezogen werden. Das Kind gilt dann als "Kind ohne Arbeitsplatz". Auch hier gilt: Einen Anspruch auf Kindergeld gibt es nicht, wenn die Einkünfte und Bezüge des Kindes den jeweiligen Jahresgrenzbetrag überschreiten, sprich: ab 2010 genau 8004 Euro.

Mehr Informationen und die notwendigen Formulare gibt es auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit. Die Adresse: www.arbeitsagentur.de .