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Heiliger Nikolaus

Geschichte Der Brauch geht auf den Bischof von Myra zurück, der in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts nach Christus im Südwesten der heutigen Türkei lebte. Aufgrund einer Erbschaft war er sehr wohlhabend. Er hörte von drei Schwestern, die aufgrund ihrer Armut nicht heiraten konnten, weil ihnen die Mitgift fehlte. Nikolaus von Myra steckte ihnen heimlich Geld zu und bewahrte sie so vor der Prostitution. Dieses Geschenk ist unterschiedlich überliefert: Entweder er wirft Goldklumpen durch die Fenster der Jungfrauen, steckt ihnen goldene Kugeln in die Schuhe oder wirft sie durch den Kamin.

Brauch Den Brauch, dass Kinder am 6. Dezember, dem Nikolaustag, beschenkt werden, gibt es ungefähr seit dem 10. oder 12. Jahrhundert. "Um das reiche Nikolaus-Schenken etwas einzudämmen, versuchte Martin Luther, die Bescherung durch das Christkind am Heiligen Abend hervorzuheben", erklärt Matthias Remenyi, katholischer Theologe an der Freien Universität (FU). Das gelang auch in vielen Teilen Deutschlands gut. Doch die Nikolaus-Symbolik war ebenfalls schon sehr einflussreich. Bis ins 18. Jahrhundert blieb der Bischof mit Mitra und Hirtenstab ein unsichtbarer Gabenbringer. Seitdem besucht er die Kinder - oft in Begleitung von Knecht Ruprecht mit Rute oder, vor allem im Süden des deutschsprachigen Raumes, mit einem Krampus, einer Art Teufelsfigur. Die Kinder werden gerügt oder gelobt.

Weihnachtsmann Aus dem Nikolaus ging der Weihnachtsmann hervor. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde er am Heiligen Abend zum Symbol für Familienzusammenhalt. "Er half entscheidend dabei, die Trinkgelage des Proletariats einzudämmen, die bis ungefähr 1800 am Heiligen Abend in den deutschen Kirchen stattfanden, um das Ende eines erfolgreichen Erntejahres zu feiern", sagt FU-Anthropologin Ingrid Kellermann. Christkind und Weihnachtsmann waren in katholischen und evangelischen Familien gleichermaßen präsent. Niederländische Auswanderer brachten die Weihnachtsmannfigur "Sinterklaas" mit Schlitten und Rentieren und rot-weißem Mantel nach Amerika, wo sie ab 1915 häufig als Werbefigur zu sehen ist. Durch die Coca-Cola-Werbung wurde sie ab den 30er-Jahren dann weltweit verbreitet.

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