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10 Regeln des Experiments

Damit ein solches Experiment auch funktioniert, müssen ein paar Regeln aufgestellt werden. Folgende zehn Punkte hatten sich unser Autor und seine Familie vor Beginn ihres Tests gemeinsam ausgedacht und schriftlich festgehalten:

1. Die Kleinen sind die Großen, die Großen sind die Kleinen - die Kinder bekommen die Rechte und Pflichten der Eltern. Die Eltern bekommen die Rechte und Pflichten der Kinder.

2. Das heißt: Im Prinzip gelten dieselben Regeln, nach denen wir auch sonst leben. Wir tauschen nur die Rollen. Autofahren gehört nicht zu den Rechten und Pflichten der Eltern. Es ist ein Privileg von Erwachsenen, die einen Führerschein besitzen. Manche Dinge können oder dürfen nur Erwachsene tun. Die Kinder sind trotzdem die Bestimmer. Sie sagen den Eltern, was sie tun sollen. Die Eltern tun es.

3. Die Kinder verwalten den in bar vorliegenden Monatsetat von 700 Euro. Davon bezahlen wir alles, was wir zum Leben brauchen. Die Eltern geben für die Dauer des Experiments ihre Scheck- und Kreditkarten ab. Sie bekommen ein Taschengeld von jeweils 40 Euro. Wer sich, um mehr Geld ausgeben zu können, Dinge übers Internet (z.B. per PayPal oder Einzugsermächtigung) kauft, mogelt.

4. Keine Rache! Niemand darf sich nach dem Experiment für das rächen, was während des Experiments vorgefallen ist. Wir wollen für einen Monat so tun, als wäre die Welt anders, als sie tatsächlich ist.

5. Wir wissen, dass wir während des Experiments gegen ein paar Gesetze verstoßen. Darauf pfeifen wir. Das Experiment schlägt alles andere.

6. Wir verheimlichen das Experiment nicht. Wenn Verwandte, Freunde, Nachbarn oder Lehrer nachfragen, bekommen sie eine ehrliche Antwort.

7. Wir bringen das Experiment nach den hier genannten Regeln zu Ende. Nur bei einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben dürfen wir den Versuch abbrechen. Ein brennendes Haus ist nur dann eine Gefahr, wenn sich einer von uns innerhalb des Gebäudes befindet.

8. Es gibt keine Auszeiten. Diese Regeln gelten ohne Ausnahme, die ganze Zeit über.

9. Eltern bewerten die Entscheidungen (Taten und Unterlassungen) der Kinder nur, wenn sie direkt davon betroffen sind oder die Kinder sie nach ihrer Meinung fragen.

10. Wenn alle dafür sind, können wir auch mal eine Ausnahme machen und eine unserer Regeln kurzzeitig außer Kraft setzen.