Geldtipp

Kapitallebensversicherung für den Nachwuchs lohnt kaum

Viele Eltern machen sich schon in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder Gedanken über deren finanzielle Zukunft. Sie wollen für eine gute Ausbildung, Führerschein und Co. vorsorgen. Sollten sich Mütter oder Väter dabei für eine Kapitallebensversicherung entscheiden, müssen sie die Konditionen genau prüfen.

Einige Policen sichern neben dem Vermögensaufbau auch eine Summe für den Todesfall des Kindes ab - das geht auf Kosten der Rendite. Zudem werden nach den Erfahrungen von Verbraucherschützern mindestens die Hälfte dieser langfristigen Verträge vor Abschluss der Laufzeit gekündigt. Dann müssen Eltern zum Teil herbe finanzielle Verluste hinnehmen, denn oft gibt es deutlich weniger zurück, als eingezahlt wurde.

Mütter oder Väter, die bereits eine Police für den Nachwuchs abgeschlossen haben und nun zweifeln, können diese innerhalb von 30 Tagen widerrufen. Sind Sohn oder Tochter bei Abschluss eines Vertrages mit einer Todesfallsumme von über 8000 Euro noch nicht sieben Jahre alt gewesen und in der Police als versicherte Person bezeichnet, können Eltern noch viel länger die Beiträge zurückholen. Denn in diesem Fall muss der Versicherte der Police zustimmen. Assekuranzen holen diese Einwilligung jedoch nur selten ein, daher sind solche Verträge schwebend unwirksam.

Bevor sich Eltern um die finanzielle Sicherheit ihrer Kinder kümmern, sollten sie deren existenzielle Risiken absichern. Zu den Policen zählen die Kranken- und Haftpflichtversicherung. Sind die Eltern gesetzlich krankenversichert, sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr automatisch mitversichert. Bei einer privaten Krankenversicherung müssen Eltern für jedes Kind einen eigenen Vertrag abschließen. Auch in der Haftpflichtversicherung sind Kinder bis zum 25. Lebensjahr ohne Aufpreis mitversichert. Das gilt jedoch nach ihrem 18. Geburtstag nur dann, wenn sie nicht verheiratet sind und noch zur Schule gehen bzw. Studium oder Ausbildung absolvieren.