Sonderseite: Ratgeber Trauer

Mit dem Zinksarg ins ursprüngliche Heimatland

Bestattungsrituale sind in jeder Religion unterschiedlich. In vielen Ländern begraben die Menschen ihre Familienangehörigen nach verschiedenen Regeln. Während im Christentum auch Feuer- und Seebestattungen üblich sind, werden in der islamischen Tradition ausschließlich Erdbestattungen durchgeführt.

Zudem müssen die Toten innerhalb von 24 Stunden beerdigt werden. "Falls jemand stirbt und wir kontaktiert werden, fährt ein Kollege sofort zu der Familie hin und führt die ersten Gespräche. Wenn ein Arzt den Todesschein ausgestellt hat und es keine Beschlagnahmungen wie bei Mord, Selbstmord oder Unfall gibt, können wir den Leichnam mitnehmen und die Beerdigung vorbereiten ", erzählt Isikali Karayel von der Markaz Bestattung, die sich hauptsächlich auf islamische Beerdigungen spezialisiert hat.

Der Leichnam wird in einem Kühlraum auf dem Gelände des Unternehmens aufbewahrt. Während die Familienmitglieder zusammen die Totenwache einhalten und um den Verstorbenen trauern, erledigen die Markaz-Mitarbeiter die sämtliche Behördengänge und besorgen auch die erforderlichen Unterlagen. Unter anderem wird der Verstorbene dann auch beim Standesamt - bei ausländischen Staatsbürgern beim jeweiligen Generalkonsulat - abgemeldet.

Der Leichnam im Leinentuch

Ferner werden Termine mit dem jeweiligen Friedhof - in Berlin werden Muslime am Columbiadamm und in Gatow beerdigt - vereinbart. Der Leichnam wird (oft auch von Familienmitgliedern) gewaschen und in ein Leichentuch aus Leinen eingehüllt, während ein islamischer Geistlicher die Zeremonie durchführt. "Bei den Christen tragen die Leichname oft Anzüge oder auch andere Bekleidungsstücke. Im Islam werden sie ausschließlich in Leichentüchern begraben. Das hat auch damit zu tun, dass neugeborene Babies oft in Leinentücher eingewickelt werden und später auch in Tüchern aus Leinen beerdigt werden. Damit schließt sich der Kreis", sagt Karayel.

Bei den Muslimen liegen die Leichname im Grab auf der rechten Körperseite. Falls ein muslimischer Leichnam in seinem Ursprungsland beerdigt werden soll, wird es in einem verzinkten Sarg mit einem Flugzeug in das jeweilige Land überführt. "Der Zinkeinsatz ist aus hygienischen Gründen. In den Sarg kommt auch Kohlefilter rein", erklärt Karayel.

Je nach Wunsch der jeweiligen Familie kann die Waschung hier in Berlin oder auch im Heimatort im Ausland stattfinden. Markaz-Mitarbeiter begleiten den Leichnam in das Ursprungsland, die dortigen Behörden müssen die Familienangehörigen dann selber kontaktieren und alle erforderlichen Formalitäten auf eigene Faust erledigen.

Die Kosten für die Überführungen der Leichname in islamische Ursprungsländer hängen selbstverständlich auch mit der Entfernung und der unterschiedlichen Flugzeit zusammen. In die Türkei zum Beispiel kosten die Überführungen in der Regel zwischen 500 und 800 Euro.