Sexualbegleitung

"Mein Leben ist leichter geworden"

Ich habe bei meinem Sohn beobachtet, dass er Erektionen hatte. Jeder gesunde Mann wird dann und wann masturbieren.

Dies kann ein Teil unserer betroffenen Angehörigen aber nicht mehr, weil sie durch ihre Schädel-Hirn-Verletzung ihre Arme bzw. Hände nicht mehr gebrauchen können. Ich bin daher sehr froh, von Ihnen gehört zu haben. Ich habe mit ihm darüber geredet, ob er das möchte und habe an seinen Reaktionen das Gefühl gehabt...ja. Ich freue mich für meinen Sohn, dass er wieder ein Stückchen Leben errungen hat, was ihm zusteht. Was normal ist für einen Mann in seinem Alter. Was er auf andere Art nicht kann. Und irgendwie bin ich stolz auf ihn, dass er noch weiß, worum es geht. Und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, über diesen Berg zu steigen, das war sehr schwer.

(Brief an Nina de Vries von der Mutter eines jungen Mannes, der bei einem Unfall schädel-hirnverletzt wurde)

Jeder Mensch ist wertvoll und hat ein Verlangen nach Liebe, Zärtlichkeit und Sex. Und danach, sich fortzupflanzen. Auch Menschen mit Behinderung haben ein Verlangen danach. Ich werde glücklich sein, wenn ich eine Frau finde, die da ist und wo ich weiß, sie liebt mich. Wie seitdem ich bei Nina war. Was ich bei ihr gelernt habe, die Erfahrung, Zärtlichkeit und so... Diese Selbstbefriedigung und alles, was ich bisher gemacht habe, hat nicht mehr so eine Geltung. Nicht mehr so im Vordergrund. Nicht mehr so eine Flucht. Mein Leben ist leichter geworden, gesünder und schwebender. Und mehr Freude. Die Hoffnung wurde auch gegeben, dass ich die Möglichkeit habe, eine Partnerin zu haben. Das hat mich sehr glücklich gemacht, sehr glücklich.

(Der Verfasser des Briefes wurde als Kind misshandelt und sexuell missbraucht und gilt als geistig behindert. Er hatte bis zur Begegnung mit Nina de Vries keine sexuellen Kontakte, weil Angst und Ekel überwogen. Heute ist er liiert.)