Gesetzgeber

Experten fordern Besuchsrecht für Großeltern

Lassen sich Ehepartner scheiden, werden oft auch die Großeltern von ihren Enkeln getrennt. Dies sei für die Kinder meist nachteilig, warnt der Familienexperte Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut.

Deswegen müsse der Gesetzgeber auch Rechte und Pflichten von Großeltern und Enkeln regeln, erklärte Alt vor der Kinderkommission des Bundestags. Mit der Abnahme traditioneller Familienmodelle steigt die Mannigfaltigkeit der Generationenbeziehungen. Nach Scheidung und Wiederverheiratung oder Trennung unverheirateter Paare übersteigt die Anzahl der Großeltern oft die Anzahl der Enkel. Ähnlich wie die Umgangsrechte geschiedener Väter mit ihren Kindern gegenüber den Müttern gestärkt worden seien, müssten auch Rechte von Opas und Omas in den Blick genommen werden, sagt Alt. In der Praxis würden aber oft nur "die Großeltern mütterlicherseits eine enge Beziehung zu ihren Enkeln pflegen", während das Verhältnis väterlicherseits oft verhalten sei. Das liegt nach Ansicht Alts aber nicht an den Großeltern: "Der Antrieb ist da, den Kontakt zu halten." Doch es bedürfe einer Kultur des Umgangs, die sich die Eltern erarbeiten müssen, um mit den Konsequenzen einer Trennung umgehen zu lernen.