Forschung

Studie: Das kinderfreundlichste Land Europas ist Dänemark

Kinder sind die Zukunft - überall. Doch wie kinderfreundlich sind eigentlich die einzelnen Staaten in Europa? Fast neun von zehn Dänen sowie die Mehrheit der Franzosen, Griechen und Schweizer schätzen ihr Heimatland als kinderfreundlich ein.

Dagegen stimmen nur jeder fünfte Russe und Deutsche dieser Aussage zu.

Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Europa-Untersuchung der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen, eine Initiative von British American Tobacco, für die mehr als 15 000 Europäer in insgesamt 13 Nationen befragt wurden.

"Gerade in Westeuropa ist tendenziell die Kinderfreundlichkeit - wie auch die durchschnittliche Anzahl von Kindern - in den Ländern am höchsten, in denen die Emanzipation weit vorangeschritten ist. Dies sind zumeist auch die Nationen, in denen die Quote von berufstätigen Frauen besonders hoch ist und traditionelle Rollenmuster wenig gesellschaftliche Anerkennung erfahren", so der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Professor Dr. Ulrich Reinhardt. Einen großen Einfluss hat zudem der generelle Stellenwert der Familie, die Anzahl an Krippen- und Kindergartenplätzen, die steuerlichen Vergünstigungen für Familien sowie die Möglichkeit, Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Auch hierbei landet Deutschland auf den hinteren Plätzen im Ranking.

Für die Zukunft kann dies nur die Förderung der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anerkennung und die damit verbundene Emanzipation der Frauen bedeuten. Hieraus erwachsen neue Zukunftsmöglichkeiten für Länder, in denen gegenwärtig die Geburtenrate niedrig ist. Für Deutschland würde dies beispielsweise bedeuten, dass aufgrund der bereits heute vorhandenen mehrheitlichen Anzahl von weiblichen Abiturienten und Hochschulabgängern sowie den gleichzeitig besseren Abschlüssen von Frauen ein hohes Potenzial für Familiengründungen entstehen kann.

Die Umfrage-Ergebnisse im Einzelnen: "Mein Land ist kinderfreundlich" sagten in Dänemark 86 Prozent, in Frankreich 60 Prozent, in Griechenland 58 Prozent, in der Schweiz 53 Prozent, in der Türkei 49 Prozent, in Italien 47 Prozent, in Spanien 44 Prozent, in den Niederlanden 43 Prozent, in Österreich 39 Prozent, in Großbritannien 37 Prozent, in Polen 25 Prozent, in Deutschland 21 Prozent und in Russland nur 19 Prozent.