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Kinder: Vorgespielte Krankheit kann auf Überforderung hinweisen

Kinder

Vorgespielte Krankheit kann auf Überforderung hinweisen

Kinder drücken oft nonverbal aus, dass sie sich überfordert fühlen. Geht eine Mutter beispielsweise ganztags arbeiten, kann sich das Kind einsam fühlen. Dann wird etwa eine Krankheit simuliert, damit die Mutter zu Hause bleibt. "Fühlt sich die Mutter selbst schuldbeladen, da sie meint, dass ihre Abwesenheit das Kind belastet, kann das Kind durch die simulierte Krankheit Nähe herstellen, um die Mutter dadurch zu beruhigen", sagt Diplom-Psychologe Hermann Scheuerer-Englisch von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Es könne aber auch sein, dass für das Kind der Nachmittag sehr anstrengend ist, zum Beispiel im Hort. Um die Situation zu lösen, sollte sich die Mutter einerseits überlegen, welche Botschaften sie an ihr Kind weitergibt, die es ängstigen können. Andererseits sollte dem Kind das Gefühl vermittelt werden, dass es über seine Gefühle sprechen darf. Dann fällt es Kindern meist leichter, neue Entwicklungen zu verarbeiten.

Senioren

Frühe Alzheimer-Diagnose verbessert Behandlungschancen

Je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser lässt sich der Krankheitsverlauf beeinflussen. Bei Demenzerkrankungen sei grundsätzlich Hilfe möglich, sagt Prof. Hans Gutzmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie. Obwohl die Erkrankung bislang nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Dazu gehören Medikamente, nichtmedikamentöse Therapien und gute Betreuung. Eine frühe Diagnose ist vor allem deshalb wichtig, weil Betroffene im frühen Stadium der Krankheit ihren Alltag noch selbstbestimmt bestreiten können. Durch eine gezielte Therapie kann dieser Zustand wesentlich verlängert und das Fortschreiten der Symptome hinausgezögert werden, erläutert Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. In diesen Fällen bräuchten Erkrankte weniger ambulante Pflege als vielmehr gezielte soziale Unterstützung.

Partnerschaft

Die richtige Balance zwischen Nähe und Abstand herstellen

In einer Partnerschaft müssen beide immer wieder Nähe zueinander herstellen. Gleichzeitig gilt es zu respektieren, wenn der andere in Ruhe gelassen werden will. Der Wunsch nach Abstand sollte in jedem Fall ernst genommen werden, sagt der Psychologe und Buchautor Wolfgang Krüger: "Wenn ich warte und meinen Partner nicht bedränge, hat er die Chance auf mich zuzukommen - wie bei einem Gummiband." Für Paare sei es deshalb wichtig, Freundschaften außerhalb der Beziehung zu pflegen. Sonst bedränge man den anderen leicht. Das Gummibandprinzip funktioniert laut Krüger aber nur mit einer Einschränkung: Die Liebe zwischen beiden muss noch groß genug sein. Denn hängt die Beziehung buchstäblich am seidenen Faden, wäre jeder Abstand gefährlich. Dann wird manche Ehefrau feststellen, dass sie den abwesenden Ehemann kaum vermisst - und reicht die Scheidung ein.