Geldtipp

Nur auf Antrag bessert das "Babyjahr" die Rente auf

Wer sich um die Erziehung der Kleinen kümmert, soll im Alter finanziell nicht schlechter dastehen, als wäre er während dieser Zeit arbeiten gegangen. Daher hat Deutschland bereits 1986 die Kindererziehungszeit als sogenannte "relevante rentenrechtliche Zeit" eingeführt. Das Schlagwort war damals "Babyjahr".

Bei der Berechnung der gesetzlichen Rente fließen Kindererziehungszeiten daher ein. Dabei ist es egal, ob es sich um leibliche Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder oder auch Pflegekinder handelt. Haben sich mehrere Elternteile die Erziehung des Kindes geteilt, wird die Kindererziehungszeit dem Elternteil aufgeschlagen, der das Kind überwiegend erzogen hat.

Die Höhe richtet sich nicht nach dem vorangegangenen und auch nicht nach dem vermutlich entgangenen Gehalt. Die Monate fließen vielmehr so in die Rente ein, als hätte der Beitragszahler in diesem Zeitraum ein "Durchschnittsgehalt" verdient. In Deutschland sind das etwas mehr als 30 000 Euro pro Jahr.

Für jedes ab 1992 geborene Kind werden laut Paragraf 56 des sechsten Sozialgesetzbuchs maximal drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet, für jedes ältere Kind laut Paragraf 249 des sechsten Sozialgesetzbuchs ein Jahr.

Alleine ein Kind bekommen und aus dem Job ausscheiden reicht aber nicht, um die Zeit auch angerechnet zu bekommen. Vor die Anrechung hat die Bürokratie nämlich den Antrag gestellt. Die Feststellung von Kindererziehungszeiten muss bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger beantragt werden - Eltern müssen dafür ihr Stammbuch oder die Geburtsurkunde ihres Sprösslings vorlegen.

Wer länger als zwölf beziehungsweise 36 Monate zu Hause bleibt (oder geblieben ist), kann bis zu zehn Jahre anrechnen lassen. Die Zeit wird dann als Wartezeit bei der gesetzlichen Rente oder auch der Erwerbsminderungsrente berücksichtigt.