Ratgeber

Wie lernt mein Sohn, auf der Straße vorsichtig zu sein?

Mein drei Jahre alter Sohn Benjamin ist ein sehr lebendiges Kind, der gern viel tobt und fast keine Angst kennt. Nachlaufen ist zurzeit sein Lieblingsspiel und ich mache das auch gern mit ihm. Nur auf der Straße wird Benjamins Verhalten schnell gefährlich. Wie kann ich meinem Sohn beibringe, dass er im Straßenverkehr vorsichtig sein und auf mich hören muss? Karsten P., per E-Mail

Weil für Kinder im Alter von Benjamin die Gefahren in den Straßen noch gar nicht überschaubar und begreifbar sind, können sie nicht sicher zwischen gefährlichen und ungefährlichen Situationen unterscheiden. Deswegen ist es wichtig, dass Sie für Benjamin durch das Aufstellen einfacher Regeln, die er gut nachvollziehen kann, eine eindeutige Klarheit herstellen!

Eine solche einfache Regel wäre zum Beispiel: Wo Autos stehen oder fahren, wird generell kein Nachlaufen gespielt! Wenn Sie diese Grundregel mit ihm in den nächsten Wochen einüben, soll sich Benjamin immer weniger auf Sie verlassen, sondern Schritt für Schritt lernen, selbst zu gucken und Situationen einzuschätzen: Er soll lernen, eigenständig festzustellen, ob es an der Stelle, an der Sie gerade sind, parkende oder fahrende Autos oder andere Fahrzeuge gibt. Wenn ja, gilt für ihn: Jetzt gehe ich an Papas Hand weiter. Nur, wenn ich keine Fahrzeuge sehe, darf ich loslaufen.

In einer weiteren Stufe, wenn er sicherer geworden ist und nicht mehr unbedingt immer an Ihrer Hand laufen soll, kann die Regel heißen: Wo Autos sind, geh ich direkt neben Papa. Das Wichtige ist, dass Sie fest drauf bestehen, dass diese Regeln von Benjamin eingehalten werden und Sie ihn freundlich, aber bestimmt an die Hand nehmen, wenn Benjamin die Regel einmal vergessen sollte. Ihr Problem wird sich bald lösen lassen, wenn es Ihnen gelingt, Benjamin Ihre innere Klarheit und Entschlossenheit spüren zu lassen.

Dr. Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises neue Erziehung (Ane)

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