Pflege

Ausländische Senioren haben es in Altenheimen schwer

Ausländische Senioren haben es in Altenheimen in Deutschland nach Auffassung des Pflegeexperten Stefan Görres schwerer als Deutsche.

"Das Gefühl, 'abgeschoben' zu werden, empfinden zwar auch Deutsche, aber bei Ausländern spielt noch ihr kultureller Hintergrund und das Gefühl der Diskriminierung mit hinein", sagte der Direktor des Instituts für Pflegeforschung an der Universität Bremen.

Muslime kämen oftmals aus unterstützenden familiären Netzwerken und würden deshalb Pflegeheimen reservierter gegenüberstehen, sagte Görres. Außerdem könnten sie sich möglicherweise in deutschen Heimen nicht integrieren, "weil sie deutsche Strukturen, Sprachbarrieren und ein anderes Pflegeverständnis vorfinden". Der Umgang mit Pflege, mit Medikamenten und mit Schmerz sei in den verschiedenen Kulturräumen sehr unterschiedlich, erläuterte der Forscher. Darauf müssten auch die deutschen Pflegeheime eingehen.

Nach Ansicht von Görres haben internationale Pflegeheime nur dann eine Chance zu bestehen, wenn sie den Alltag der Menschen und ihre Lebensverhältnisse widerspiegeln. "Zugleich dürfen die multikulturellen Heime aber nicht zu einer Ghettoisierung und zu ethnischen Enklaven führen", warnte der Bremer Wissenschaftler. Deshalb sei es sinnvoll, wenn die Pflegeheime die wirkliche Kultur und den Alltag der Stadtteile abbilden.