Vaterlos

So leben Kinder in Deutschland: Max

Besonders ostdeutsche Kinder leben häufig bei nur einem Elternteil. Wie Max. "Mein Papa war schon weg, als ich noch ein Baby war", erzählt er. Nach der Schule kommt der Neunjährige meistens in die "Arche" in Berlin-Hellersdorf", eine Betreuungseinrichtung für Kinder aus armen Familien.

Seine Mutter lebt von Hartz IV. Max weiß sehr genau was das heißt: "Ich achte auf die Preise. Wenn ich mir was aussuchen darf, dann aber höchstens was für fünf Euro. Am liebsten mag ich Kuscheltiere." Richtig viel Spielzeug kennt er nur aus seiner Gastfamilie in Holland, in die er jedes Jahr zwei Wochen über ein soziales Austauschprogramm kommt. "Dort haben sie sogar ein Fahrrad", erzählt Max. "Wir machen dann zusammen Ausflüge oder gehen auf den Spielplatz." Das kennt er von Zuhause nicht. "Meine Mutter geht nie mit mir spielen", sagt er. "Die sitzt den ganzen Tag nur vorm Computer." Wenn er erwachsen ist, will er Sänger werden. "Oder auch Lehrer". Genau weiß er das noch nicht. Aber er würde gerne wissen, was sein Vater macht. Eins ist für ihn nämlich klar: "Ich will selber Vater werden", sagt Max.