Anschlag

Kinder nicht mit Schreckensmeldungen allein lassen

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Medienexperten raten Eltern, ihre Kinder mit den schrecklichen Nachrichten von den Anschlägen in Norwegen nicht allein zu lassen.

Eltern sollten die Sorgen und Fragen ihrer Kinder ernst nehmen, aber auch "ein wachsames Auge darauf haben, mit welcher Art von Berichterstattung sie konfrontiert werden", heißt es in einer am Dienstag in München verbreiteten Mitteilung der "Flimmo - Programmberatung für Eltern".

Kinder nehmen schon relativ früh wahr, dass das Leid der Opfer "echt" ist, so die Flimmo-Experten. Sie verstehen, dass im Gegensatz zu fiktionalen Darstellungen Menschen aus Fleisch und Blut betroffen sind. Und weil sie das Gesehene auf sich beziehen und sich fragen, ob ihnen Ähnliches zustoßen kann, sei die Distanzierung von schrecklichen Bildern und Geschehnissen kaum möglich.

Dass der Täter in einem Ferienlager zugeschlagen habe und Jugendliche die Opfer gewesen seien, belaste Kinder besonders. Dies gelte umso mehr, da jetzt auch in Deutschland Ferienzeit ist. "Flimmo" empfiehlt, generell schwierigen und beängstigenden Themen nicht aus dem Weg zu gehen und zum Beispiel gemeinsam Kindernachrichten anzuschauen. Diese Sendungen verzichten auf brutale Bilder oder grausige Details und fassen die Geschehnisse kindgerecht zusammen. Erst ab etwa 13 Jahren seien die Nachrichten aus dem Erwachsenenprogramm eine Option. Eltern müssen nicht alles wissen, sie können im Zweifelsfall auch eigene Unsicherheiten eingestehen, statt Fragen abzublocken, so die Empfehlung weiter. Wichtig sei es, den Kindern angesichts solcher Verunsicherungen Zuneigung und Halt zu geben und ihnen Gesprächsangebote zu machen. Kleinen Kindern helfe es, Situationen im Wortsinne durchzuspielen oder ein Bild dazu zu malen. Älteren Kindern könne man eher mit Gesprächen und konkreten Informationen helfen.

"Flimmo" ist eine Initiative der Landesmedienanstalten, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie sowie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Ein gleichnamiger Programmratgeber ist in vielen Apotheken, Arztpraxen und Bibliotheken kostenlos erhältlich. Weitere Tipps zur Mediennutzung von Kindern im Internet unter flimmo.tv.

( KNA/gs )