Gesundheit

Ärzte fordern bessere Versorgung für Kinder von Illegalen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert ein Recht auf Vorsorge und Impfungen für Kinder illegaler Einwanderer. Diesen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft und dem Rechtsstatus ihrer Eltern, müsse die bestmögliche medizinische Versorgung ohne Einschränkungen zugestanden werden, erklärte Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

Er verwies auf Berechnungen des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts, wonach in Deutschland zwischen 8000 und 30 000 minderjährige Illegale leben.

Zur Zeit übernähmen viele Kinder- und Jugendärzte in einer rechtlichen Grauzone eine Akutversorgung von Kindern Illegaler, hieß es. Die Ärzte leisteten diese Arbeit meist ohne Bezahlung, da die Kinder nicht krankenversichert sind. Doch Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen erreichten diese Kinder nicht. Dadurch würden chronische Krankheiten und Entwicklungsstörungen nicht erkannt und behandelt, und die Kinder lebten in der permanenten Gefahr, etwa an Masern und anderen gefährlichen "Kinderkrankheiten" zu erkranken und andere anzustecken. Der Berufsverband appelliert daher an die Bundesregierung, Kindern von Eltern ohne Aufenthaltsgenehmigung schnellstmöglich per Gesetz den Zugang zu einer umfassenden medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Auch die UN-Kinderrechtskonvention weise auf dieses Recht hin.

Da die Kinder nicht krankenversichert sind, schlägt der Verband der Kinder- und Jugendärzte eine Versorgung etwa in den Gesundheitsämtern vor. Diese müssten den Eltern und Kindern garantieren können, dass die medizinische Versorgung keine Abschiebung zur Folge hat.