Sprechstunde

Ist für den Tag auf dem Spielplatz Sonnencreme nötig?

Karolin S. aus Pankow fragt: Wir bleiben einen großen Teil der Sommerferien in Berlin. Meine Tochter ist sieben Jahre alt und hält sich am liebsten den ganzen Tag im Freien auf. Stundenlang spielt sie mit anderen Kindern auf der Wiese vor unserem Haus und auf dem Spielplatz. Dort gibt es kaum Schatten. Muss ich meine Tochter für den Besuch auf dem Spielplatz mit Sonnenschutz eincremen?

Seit einiger Zeit freuen wir uns wieder über dauerhaften Sonnenschein und der Sommer ist langsam da. Allerdings sollte man auch schon im Frühling auf Sonnenschutz achten, die UV-Strahlung ist schon stärker, als man erwartet und die empfindliche Kinderhaut verbrennt recht schnell. Ob Frühling oder Sommer - das Eincremen der Haut vor dem Spielplatzbesuch mit einem höheren Lichtschutzfaktor ist auf jeden Fall anzuraten.

Aber auch schon beim Einkauf von Kleidung ist auf besonders vor Licht schützende Kleidung zu achten. Das Tragen von Schirmmützen ist nicht nur modisch, sondern schützt auch vor der Sonne.

Die Dermatologen warnen immer wieder vor Melanomen, dem schwarzen Hautkrebs, der in den letzten Jahren zunimmt. Unsere Ozonschicht weist laut Hinweisen der Meteorologen auch in unseren Breiten bereits Löcher auf. Dadurch nimmt die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, immer mehr zu. Auch ein sogenannter Sonnenstich kann sehr unangenehm sein, gerade auch für Kinder. Biologisch führt die UV Strahlung zu einer Zellschädigung, auf die der Körper mit einer Entzündungsreaktion antwortet.

Vor einem Sonnenstich schützt in jedem Fall eine Kopfbedeckung. Auch falls Sie in den Sommerferien mit Ihren Kindern doch noch in südliche Länder fahren sollten, sind Hautschutz und Kopfbedeckung in jedem Falle dringend anzuraten. Die UV-Strahlung ist in diesen Ländern noch stärker, und unsere mitteleuropäische empfindliche, helle Haut ist die Strahlung nicht gewöhnt.

Gerade auch bei längeren Aufenthalten am Strand ist an wiederholtes Nachcremen zu denken. Das Wasser reflektiert die Strahlung und verstärkt sie noch. Aber auch in Gebirgen und in schattigen Lagen sollte man im Sommer einen Lichtschutzfaktor auftragen; die UV-Strahlung dringt auch durch die Wolkendecke.

Und noch etwas gilt es unbedingt zu beachten: Besonders von Bedeutung ist die medizinisch notwendige Einnahme von Medikamenten, sie können die Haut zusätzlich für Sonnenlicht sensibilisieren. Falls Ihr Kind Medikamente einnehmen muss, fragen sie - vor allem wenn Ihr Kind blonde Haare und eine helle Hautfarbe hat - unbedingt Ihren Kinderarzt nach solchen Nebenwirkungen.

Für den richtigen Lichtschutzfaktor und das geeignete Produkt für Ihr Kind lassen Sie sich gerne in Apotheken, Drogerien, Bioläden und Naturkosmetikläden durch Fachpersonal beraten.

Hermann Girschick Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin