Training

Sportspielplätze für Senioren - kein Kinderkram

Spielplätze sind nur für Kinder da? Falsch! Immer mehr Kommunen errichten auf öffentlichen Grünflächen Anlagen für Sportler jeden Alters. Eine besondere Zielgruppe sind Senioren.

Denn das Trainieren an den Geräten fördert Beweglichkeit und Koordination. Der Seniorenspielplatz in Schöningen war 1999 der erste. Es folgten der Park der Generationen in Langenhagen bei Hannover und der Preußenpark in Berlin. Der erste Seniorenspielplatz in der Hauptstadt wurde 2007 an der Brandenburgischen Straße im Preußenpark in Wilmersdorf gebaut. Einen weiteren gibt es in der Wundstraße im Lietzenseepark. Die Grundausstattung der Anlagen ist bundesweit mit fest installierten, wetterfesten Gymnastikgeräten aus robustem Edelstahl immer gleich.

Mittlerweile gibt es von verschiedenen Herstellern mehrere hundert solcher altersgerechten Geräte, die vorrangig auf das Training von Beweglichkeit und Koordination ausgerichtet sind. Ein Allrounder ist der klassische Beintrainer. Auch eine Wackelbrücke und andere Balanciergeräte gehören zum Standard. Mit dem Rücken- oder Schultertrainer werden schonend einzelne Muskelgruppen gestärkt. An anderen Stationen werden Rücken, Hände oder Arme massiert. "Mit einzelnen Geräten ist auch moderates Krafttraining möglich. So können beispielsweise an zwei gebogenen Stangen in verschiedenen Positionen Liegestützen gemacht werden", sagt Theodor Stemper, Sportwissenschaftler an der Universität Wuppertal.

Gerade für Senioren sei der Aspekt Sicherheit wichtig. "Sie brauchen immer die Möglichkeit, sich festhalten oder abstützen zu können." Die Geräte müssen die Norm von Spielplatz- und Fitnessgeräten erfüllen. Falls für den Nutzer GS- oder TÜV-Siegel nicht erkennbar sind, kann der Betreiber der Anlage eine entsprechende Hinweistafel anbringen. Er ist auch für die regelmäßige Wartung zuständig. Voraussetzungen für das Training gibt es kaum: "Sportkleidung ist nicht notwendig. Bei Koordinationsübungen sollte man jedoch aufpassen, dass man nicht hängen bleibt. Fest gebundene Schnürsenkel und nicht allzu weite Kleidung sind hier angebracht", sagt Stemper. Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollten sich vorher besser vom Arzt durchchecken lassen und sich dann vorsichtig herantasten. Dann wird mit einfachen Beweglichkeitsübungen begonnen und langsam gesteigert.

Viele solcher Seniorensportplätze sind so angelegt, dass ältere Menschen gemeinsam mit Kindern dort spielend trainieren können. Um die Plätze noch nutzerfreundlicher zu machen, wären für die Zukunft auch Kooperationen mit Sportvereinen oder Lauftreffs denkbar. "Dadurch wird eine Anlage belebt und bekannter gemacht. Das animiert möglicherweise weitere Nutzer und bietet zusätzliche Sicherheit", sagt Grit Hottenträger, Professorin für Landschaftsarchitektur an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Sie hat eine Studie zur Nutzung von Freiflächen durch ältere Menschen gemacht und zahlreiche Faktoren für gelungene Generationsspielplätze zusammen getragen. "Die Anlage sollte in 15 bis 30 Minuten von der Wohnung erreichbar sein. Die Wege müssen barrierefrei und Ampelphasen lang genug sein", zählt die Wissenschaftlerin auf. Praktisch sei die Anbindung an einen Rad- oder Wanderweg sowie an öffentliche Infrastruktur.

Auf großen Wiesen fehlt oft Schatten. Das kann für ältere Menschen zum Problem werden, besonders, wenn es draußen heiß ist. Zudem fühlen sich die Nutzer dann oft wie auf dem Präsentierteller. Gefragt ist stattdessen ein durch Bäume und Hecken gegliedertes Gelände.

Unverzichtbar sind darüber hinaus eigentlich auch Toiletten. Manche Seniorensportplätze haben zudem Sitzgruppen als Angebote für generationenübergreifende Kommunikation und Begegnung. Schließlich sollen die Bewegungsparks ein Treffpunkt für die Nachbarschaft sein, ein Ort für Mannschaftswettbewerbe, Kindergeburtstage oder Familienfeiern.