Medizin

Organspende: Schon Minderjährige können Willen bekunden

Bereits Minderjährige können entscheiden, ob sie Organe und Gewebe spenden wollen. Laut dem Transplantationsgesetz dürfen Jugendliche ab ihrem 16. Geburtstag erklären, dass sie dazu bereit sind, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Ab dem 14. Geburtstag sei es möglich, einer Organ- und Gewebeentnahme zu widersprechen. Am besten bekundet man seinen Willen in einem Organspendeausweis.

Der BZgA zufolge sind 74 Prozent der Bevölkerung bereit, nach ihrem Tod Organe und Gewebe zu spenden. Allerdings verfügen nur 25 Prozent über einen Organspendeausweis. Eine ähnliche Diskrepanz zwischen Zustimmung und Besitz eines Ausweises ermittelte die BZgA anlässlich des gestrigen Tags der Organspende in einer Umfrage unter Ärzten. Demnach ist die Ärzteschaft mit überwiegender Mehrheit zwar positiv gegenüber dem Spenden eingestellt. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) würden nach ihrem Tod Organe und Gewebe spenden, aber nur etwa die Hälfte (51 Prozent) besitzt einen Organspendeausweis. Für die niedrige Rate von Organspenden nach dem Tod machen die befragten Ärzte vor allem Ängste (95 Prozent) und mangelnde Information (94 Prozent) der Bürger verantwortlich. Aber auch die Ärzteschaft selbst fühlt sich demnach nicht genug informiert (66 Prozent) oder sieht Mängel im Transplantationsgesetz (64 Prozent).