Wettbewerb

Das neue Bild vom Leben im Alter

Oma und Enkel gehen spazieren, lesen, pflanzen - und treten dann an der Spielkonsole gegeneinander an: "Mein Generationenvertrag" heißt das Video, mit dem Ralf Kersken beim Wettbewerb "Was heißt schon alt?" die meisten Stimmen in der Online-Abstimmung bekam und am Montag mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte zu dem Wettbewerb aufgerufen, der das Thema Alter unter einem neuen Aspekt beleuchten sollte: "Wie sieht Vitalität im Alter heute aus? Wie sehen ältere Generationen sich selbst? Wie werden sie von den Jungen gesehen?" Insgesamt 1600 Einsendungen waren in den vergangenen Wochen auf der Internetseite des Programms "Altersbilder" zu sehen. Gestern stellte das Ministerium den Favoriten der Online-Nutzer und die von der Jury ausgezeichneten Beiträge vor.

Den ersten Preis in der Kategorie Profi erhielt Ralf Stadler für seinen Film "Altersbilder", in dem Junge Alte spielen und umgekehrt. "Sehr kreativ" fand die Jury den Rollentausch. Der Zwei-Minuten-Film zeigt Senioren am Handy und mit Skateboard - und junge Frauen mit Kreuzworträtsel oder Rollator, junge Männer, die ihren Einkaufsroller mühevoll die Treppe hinaufwuchten.

Auch der Beitrag von Maike Kusche spielt mit Klischees über Jung und Alt: Darstellerin Hella (79) zieht Chucks und Collegejacke an und sprüht mit der Grafitti-Spraydose ein "Young at Heart" an die Wand. Dafür gab es den ersten Preis in der Kategorie Amateure.

Den Preis für das beste Foto in der Kategorie Profi bekam Timm Stütz für "Ein Tag im Mai", das Bild eines älteren Paares, das sich auf einer Wiese verliebt in die Augen schaut. "Das Bild zeigt zwei ältere Menschen mit ihrer Hingabe, ihrer Zuneigung und ihrem Vertrauen zueinander, so, wie man es eher von jungen Leuten in der Öffentlichkeit erwarten würde. Kurzum: Woodstock lebt", urteilte die Jury.

Der erste Platz in der Kategorie "Amateure" ging an Fritz Friesl für das Bild einer alten Dame, die ganz versunken an einer Blume riecht. "Ein ehrliches und sinnliches Bild" sah die Jury in dem Foto mit dem Titel "Erinnert sie sich noch?"

Mit dem Wettbewerb wollte das Bundesfamilienministerium dazu beitragen, dass Altersbilder zum Thema in der öffentlichen Diskussion werden. "Alter heißt heute nicht mehr in erster Linie hilfe- und pflegebedürftig sein", so das Ministerium. Die Vermittlung von realistischen Altersbildern bilde eine Grundlage für das gegenseitige Verständnis von Jung und Alt. Dieses Verständnis zeigen auch die beim Wettbewerb ausgezeichneten Beiträge. Sie sind zu sehen auf: www.programm-altersbilder.de