Ratgeber

Wie viel Unterstützung brauchen Kinder bei den Hausaufgaben?

Unser Sohn Paul geht in die dritte Klasse. Seit einiger Zeit hat er Schwierigkeiten, die Hausaufgaben zu erledigen. Mal geht er erst am Abend daran, mal braucht er über eine Stunde dafür. Sollte ich ihn mehr unterstützen? Saskia P., Steglitz

Ihre Frage, ob eine Unterstützung beim Hausaufgabenmachen durch Sie sinnvoll oder gar notwendig ist, ist nicht mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten. Generell sollten Grundschulkinder ihre Hausaufgaben selbstständig anfertigen können. Die Erfahrungen zeigen auch, dass Eltern durch die große Nähe zu ihren eigenen Kindern als "Hilfslehrer" zumeist eher ungeeignet sind.

Haben Sie denn eine Idee, warum sich Paul beim Erledigen der Hausaufgaben jetzt schwerer tut als früher? Haben sich die Rahmenbedingungen oder sein Tagesrhythmus verändert? Sind die Hausaufgaben schwerer oder umfangreicher geworden? Empfindet er den Schulalltag als anstrengender als früher?

Sie sollten dafür sorgen, dass Paul optimale Bedingungen für das Anfertigen seiner Hausaufgaben hat: einen aufgeräumten Platz/Schreibtisch, möglichst keine Ablenkung durch Radio oder Fernsehen, damit er konzentriert arbeiten kann. Vielleicht braucht Paul auch eine große Pause zwischen Schule und Hausaufgaben. Hilfreich kann auch sein, dass Sie zusammen mit Paul überlegen, ob er eine neue Routine für die Erledigung der Hausaufgaben entwickeln muss, um möglichen Veränderungen und den eventuell gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können.

Das oberste Ziel sollte sein, dass Paul seine Hausaufgaben selbstständig erledigt. Sie sind Sache der Schüler, nicht der Eltern! Sollte er jedoch eine Aufgabenstellung nicht richtig verstanden haben, können Sie helfend eingreifen. Eventuelle Fehler in seinen Hausaufgaben sollten Sie allerdings nicht korrigieren, weil die Lehrerin ja wissen muss, was sie mit Paul noch üben muss.

Dr. Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises neue Erziehung (Ane)

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