Projekt

Familienhebammen ab Mai im Einsatz

Die neuen Familienhebammen in den Berliner Bezirken werden ihren Job voraussichtlich Ende Mai starten.

Das Projekt unter dem Motto "Stark machen für die Schwächsten" wird von der Stiftung "Eine Chance für Kinder" initiiert. Die Bezirksämter Neukölln und Mitte haben bereits die Verträge mit der Stiftung unterschrieben. In den nächsten Tagen wird auch die Zusage vom Friedrichshain-Kreuzberg dazu kommen, so der Vorsitzende der Stiftung, Adolf Windorfer. Außerdem seien die drei Koordinatorinnen des Projektes angestellt worden.

Drei Familienhebammen pro Bezirk werden zunächst drei Jahre lang und für je 30 Stunden pro Woche in Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendämtern im Einsatz sein. Ihr Ziel: Frauen teils schon während der Schwangerschaft zu betreuen und durch das erste Babyjahr stützend zu begleiten. Vor allem sehr junge Mütter, Alleinerziehende und Frauen aus Familien mit Gewalt- und Suchtproblemen sollen Hilfe bekommen. Bundesweit wachsen laut Windorfer 15 Prozent aller Neugeborenen in Risikofamilien auf. In Berlin liege der Prozentsatz noch höher. Bundespräsidenten-Gattin Bettina Wulff hatte als Schirmherrin der Stiftung betont: "Ich bin froh, dass wir schnell zu dem Ergebnis gekommen sind. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft viele weitere Kommunen darauf aufmerksam machen können, dass das Konzept funktioniert." Ab 2012 wird auch der Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit im Boot sein. In jedem Bezirk werde es Koordinatorinnen geben, die nach Hinweisen von Ärzten, aus der Entbindungsklinik oder vom Jugendamt auf mögliche Problemfälle aufmerksam werden und den Einsatz der Hebammen anstoßen. Jede der Hebammen kann bis zu fünf Familien betreuen. Das Hilfsspektrum reicht von der Anleitung zum Umgang mit den Säuglingen über konkrete Tipps für die Alltagsaufgaben, bis hin zur Begleitung bei Amtsgängen.