Recht

Moderne Paare schützen sich per Ehevertrag

Am Anfang scheint die Welt noch rosa. Doch wenn die Liebe scheitert, kommt oft das böse Erwachen. Denn die Aufteilung des Vermögens bietet viel Anlass für Streit. Paare sollten daher mit einem Ehevertrag vorsorgen, raten Experten. Doch sind diese verpönt: "Viele wollen den Partner nicht vor den Kopf stoßen oder scheuen die Kosten", erklärt Verena S. Rottmann, Rechtsanwältin und Autorin eines Ratgebers zum Thema Ehe- und Partnerschaftsverträge.

Dabei sei ein Ehevertrag ein Vertrag wie jeder andere, ein Fall von Für- und Vorsorge und ein Beweis, dass man fair miteinander umgeht.

"Sprechen Sie das Thema Ehevertrag an, solange Sie noch verliebt und glücklich sind", rät Heike Dahmen-Lösche, Fachanwältin für Familienrecht. Hauptaspekte sind die Wahl des Güterstandes, Regelungen zum Zugewinn- und Versorgungsausgleich sowie Höhe und Länge von Unterhaltszahlungen. Sogar der Hausrat lässt sich per Ehevertrag aufteilen.

Besonders der schwächere Part sollte das Thema ansprechen. "Der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft bietet nur noch eine Grundsicherheit", erklärt Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel und Kollegen, einer auf Frauen spezialisierten Finanzberatung in München. Der Gesetzgeber habe die Unterhaltspflichten stark begrenzt, so dass die Ehepartner nunmehr nach der Scheidung zu mehr Eigenständigkeit angehalten seien. Frauen, die nach wie vor auf das klassische Familienmodell setzen und lange Auszeiten vom Beruf nehmen oder diesen gar ganz aufgeben, stehen dadurch im Falle einer Scheidung schnell vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

"Jede Frau, die heute heiratet und Kinder plant, sollte einen Ehevertrag abschließen", rät Dahmen-Lösche. Ein Muss ist der Ehevertrag auch für Paare mit ungleichen Vermögensverhältnissen - etwa wenn ein Partner besonders vermögend ist oder aber wenn ein Partner hohe Schulden mit in die Ehe einbringt. Auch Unternehmer oder Ehepartner, die im Begriff sind, eine Firma zu gründen, sollten einen Ehevertrag abschließen. Experten raten anwaltliche Hilfe an. Schließlich muss der Vertrag notariell beurkundet werden.