Ferien

Entspannt in den Osterurlaub

Das Osterwochenende steht vor der Tür, und in vielen Familien stapeln sich bereits die vollgepackten Taschen und Koffer im Hausflur. Die Vorfreude auf den Kurzurlaub steigt - wenn nur die Fahrt nicht wäre! Pünktlich zu den Feiertagen häufen sich die Staumeldungen für Deutschlands Autobahnen.

Doch auch die Züge sind rappelvoll und zudem für viele Eltern und Kinder keine Alternative, wollen sie doch auch vor Ort in den Ferien mobil sein. Also steigen doch viele Familien ins Auto, auch auf die Gefahr hin, dass die Anreise zum Urlaubsort eine Tortur wird und dass man - spätestens nach dieser Fahrt - wirklich urlaubsreif ist.

Aber was für viele Familien zum Horror wird, ist für Familie Schünemann ein Spaß. Wenn Lotta (5) an die bevorstehenden Ostertage denkt, bekommt sie glänzende Augen. Nicht nur wegen des Besuchs bei Oma und der Osternester bei ihr im Garten. Sondern auch, weil sie sich auf die Fahrt dorthin freut. Nur noch wenige Stunden, dann startet der Kombi mit Mama am Steuer sowie Lotta und Schwester Finja (8) auf der Rückbank ins Sauerland.

"Mit dem Auto in den Urlaub? Das ist für uns kein Problem", sagt Jutta Schünemann. Die Potsdamerin und ihr Mann Carsten fahren mit ihren Töchtern gern mit dem Auto in die Ferien - auch schon mal 800 Kilometer am Stück. "Wir starten immer in den frühen Abendstunden und machen die Kinder davor bettfertig - mit Abendbrot, Zähneputzen und Schlafanzug", erzählt die 39-Jährige. Die Kinder werden dann angeschnallt und in ihr Bettzeug gewickelt. Richtig kuschelig sei das, findet Lotta. Am Ziel angekommen, werden Finja und Lotta ins Bett getragen. Dabei werden sie zwar kurz wach, schlummern aber auch schnell wieder ein. "Sie sind es nicht anders gewohnt", so die Mutter.

Nachtfahrten in den Urlaub - das ist für viele Familien eine Lösung. In einer Umfrage von "Baby und Familie" gab ein Drittel der Befragten an, am liebsten nachts in den Urlaub zu fahren, weil die Kinder dann schlafen und nicht mantramäßig im Zehn-Minuten-Takt wiederholen: "Wie lang dauert es denn noch?" Für jede zweite Familie ist laut dieser Umfrage die Pausenregelung der Schlüssel, um entspannt in die Ferien zu fahren. Da könnten alle mal frische Luft schnappen und die Kinder sich austoben.

Bleiben trotzdem noch genügend Stunden im Auto, in denen die Kinder unterhalten werden wollen. Es gibt die unterschiedlichsten Wege, wie Eltern versuchen, die Zeit für ihre Kinder kurzweilig zu gestalten. Hilfreich kann da zum Beispiel eine Spielkonsole wie Nintendo sein: Wenn Kinder mit Super-Marios Hilfe versuchen, die Prinzessin zu befreien oder das Autorennen zu gewinnen, können locker mal zwei Stunden ohne Quengelei vorbeirauschen. Über den leicht weggetretenen Blick der Kinder, wenn dann doch der Akku verbraucht ist, sehen die Eltern in diesem Fall meist gern hinweg.

Auch Hörspiele - manche füllen ja durchaus vier CDs - können die Aufmerksamkeit der Kinder für längere Zeit bündeln. Damit aber die Eltern nicht zum vierten Mal drei Stunden lang die Lebensgeschichte von Ritter Trenk hören müssen, greifen viele Eltern gern auf Kopfhörer und eigenen CD-Spieler für die Rückbank zurück. Als Alternative bieten sich auch spielerische Wettbewerbe an. Aufgaben wie: "Wer sieht zuerst drei rote Autos?" oder "Wer findet die meisten Berliner Nummernschilder?" können eine Zeitlang die Langeweile vertreiben, allerdings schaukelt sich der Lautstärkenpegel dabei gern ins Ohrenbetäubende.

Und spätestens im nächsten Stau kommt dann wohl wieder die Frage: "Sind wir denn endlich daaa?" Auch bei Familie Schünemann lief das Reisen nicht immer so glatt wie heute. Als Lotta noch ein Baby war, habe sie sich vehement gegen das Anschnallen gewehrt, erzählt ihre Mutter. "Und Finja wollte ständig gestillt werden", erinnert sie sich. Wenn die Kinder älter werden, kommen dann meistens andere Herausforderungen auf die Eltern zu: Vor allem müssen sie sich dann als Streitschlichter erproben. Aber nicht nur dort: Wie Umfragen zeigen, bekommen sich auch die Eltern auf Fahrer- und Beifahrersitz gern in die Haare, weil der Fahrstil nicht stimmt oder jeder besser weiß, was die beste Strecke wäre.

Auch Jutta Schünemann kennt das alles, übt sich aber in diesen Situationen in Gelassenheit. Was sie wirklich am Verreisen nervt, das ist das Packen vorher. Doch auch hier hat die Familie eine Lösung gefunden: Da der Kofferraum ihres Autos so schön groß ist, nimmt die Familie einfach den halben Hausstand mit.