Großeltern

Entdecken, wo die eigenen Wurzeln liegen

Worauf Karolina sich jetzt in den Ferien am meisten freut? Die Achtjährige überlegt einen ganz kurzen Moment. "Auf die selbstgemachten Spätzle", sagt sie dann, "und auf Oma natürlich auch". In den Ferien fährt die Schülerin aus Schöneberg mit ihrer Mutter und ihren Brüdern zu ihrer Oma.

Die lebt ganz anders als sie selbst. In einem kleinen Dorf bei Karlsruhe nämlich. Draußen spielen, Bauernhöfe besuchen und auf Entdeckungstour in den Wald gehen - für die Stadtkinder immer ein Erlebnis.

"Mir ist das wichtig, dass Karolina und ihre Brüder sehen, wo und auch wie ich aufgewachsen bin", sagt ihre Mutter Anja Schick (40). "So kennen sie auch ihre Wurzeln und können vieles besser verstehen, das ist doch bedeutsam."

Darüber machen sich Karolina und ihre Geschwister allerdings weniger Gedanken. Sie genießen bei den Fahrten zur Oma vor allem die Freiheit, die sie auf dem Land haben. "Ich kann da allein zum Brötchen- und Milchholen gehen", sagt Karolina, "und auch zum Spielplatz um die Ecke. Das finde ich schön. In Berlin haben meine Eltern immer Angst, wenn ich allein irgendwo hin will."

Luis (2) ist noch zu klein, um mit seinen Geschwistern allein durch die Gegend zu streifen. Aber auch er amüsiert sich in den Ferien bei seiner Oma gut. Er spielt im Garten, fährt mit seinem Laufrad herum und isst danach selbstgebackenen Kuchen. "Es ist halt einfach anders als Zuhause", sagt Karolina, "Bei Oma gelten ihre Regeln, das ist für eine Weile auch mal ganz schön." Ihre Mutter Anja nickt. "Ja", sagt sie, "ich finde es wichtig, dass die Kinder Kontakt zu ihren Großeltern haben. So oft sieht man sich ja nicht, wenn man in verschieden Städten wohnt."

Und außerdem reist zu Oma dann auch noch der Rest der Familie an. Die Tante aus Frankfurt zum Beispiel. Oder man trifft sich mal mit den Cousinen. "Das ist für die Kinder immer sehr schön", sagt Anja Schick, "und ich kann mich auch mal ganz in Ruhe um meine Mutter kümmern." Eigentlich versucht die Berliner Familie in allen Ferien wenigstens für ein paar Tage zur Oma zu fahren. "Das kann man spontan machen und es ist für alle entspannend", sagt Anja Schick.

Karolina und Luis haben ihre Köfferchen schon fertig gepackt. Luis hat natürlich seine Lieblingsautos dabei und auch ein paar Legosachen, mit denen er gern spielt. In Karolinas Koffer sind vor allem Bücher und CDs - und auch noch Briefpapier. "Damit ich an meine Freundinnen schreiben kann", sagt Karolina, "denn das ist das einzig Doofe am Besuch bei Oma. Die sind nicht dabei."