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Notruf per Armbanduhr - Technik macht Senioren das Leben leichter

Was klingt wie Science Fiction für den Hausgebrauch, kann älteren Menschen den Alltag erleichtern.

Ein Paternosterschrank etwa, dessen obere Hälfte herausfährt und nach unten gleitet. Oder eine Armbanduhr, mit deren Hilfe man nach einem Sturz den Notruf des nun unerreichbaren Telefons aktivieren kann. Diese und viele andere Innovationen sind noch bis heute auf der Messe "Altenpflege" in Nürnberg zu sehen.

Gut 2,3 Millionen alte Menschen müssen in Deutschland gepflegt werden - gemessen an den offiziellen Kriterien der Pflegeversicherung. Tatsächlich dürfte die Zahl der Hilfebedürftigen aber bei rund 4 Millionen liegen. Und rund 70 Prozent davon leben in den eigenen vier Wänden: "Die Familie ist und bleibt der größte Pflegedienst", betont der Chefredakteur der Fachzeitschrift "Care Invest", Holger Göpel. Um das Leben zu Hause zu erleichtern, bieten zahlreiche Hersteller "mitdenkende" Möbel an. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Firma Mauser Care. Sie hat eine "Pflegezimmer der Zukunft" im Programm. Hier öffnen sich Kleiderschränke auf Knopfdruck, Schubladen und Kleiderstangen fahren automatisch nach außen, der Schließautomatismus stoppt, bevor ein Finger eingeklemmt wird. Sensoren im Bett registrieren den Puls und die Schlafphasen des Benutzers. Die Daten werden gleich im iPad mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zimmer zusammengeführt. Und im barrierefreien Bad zeigt der Spiegel Datum, Uhrzeit, die Wettervorhersage sowie die Einträge im persönlichen Kalender an. Demenzkranke leitet der Spiegel zum Zähneputzen an, die Schublade mit den Medikamenten geht auf und registriert, ob die Pillen auch tatsächlich geschluckt werden. Und sind die Hände mit Seife und Desinfektionsmittel gewaschen, öffnet sich automatisch eine Tür mit dem Handtuch.