Wohnung

Eltern allein zu Haus: Bei Umbau schon an Enkelkinder denken

Mit dem Auszug der Kinder beginnt für die Eltern ein neuer Lebensabschnitt - mit mehr Platz in der Wohnung. Das nun ungenutzte Zimmer gibt Raum, mit wenig Aufwand Träume zu verwirklichen. Hobbyraum für die Modelleisenbahn, Ankleidezimmer oder Bibliothek?

Nach Erfahrung von Jutta Kehr, Vize-Präsidentin des Bundes deutscher Innenarchitekten, wird oft der nächstliegende Wunsch verwirklicht: Die Mutter bekommt ihr eigenes Zimmer, "weil der Vater sein Büro selbstverständlich schon hat."

Der Raum könne auch ein Ankleidezimmer oder ein asiatisch inspirierter Yoga- und Meditationsraum werden.

Liegt das Kinderzimmer neben dem Wohnzimmer, lassen sich beide durch einen Wanddurchbruch und mit einer Schiebetür verbinden. Auch ein Kamin kann im nun größeren Raum Platz finden, schlägt Jutta Kehr vor. In die Überlegungen sollte auch das voranschreitende Alter der Eltern einbezogen werden. So sei der Umbau eine Gelegenheit, eine seniorengerechte Beleuchtung einzubauen sowie bauliche Stolperfallen zu entfernen.

Nach den Erfahrungen von Eva Reinhold-Postina, Sprecherin des Verbands Privater Bauherren, richten viele Paare sich zunächst ein zweites Schlafzimmer ein, um dem Schnarchkonzert des anderen zu entkommen. Später werde es dann zum Pflegezimmer umfunktioniert. "Da in klassischen Reihenhäusern das Kinderzimmer oft über dem Eingang liegt, kann bei Bedarf sogar ein Außenaufzug angebracht werden", sagt Reinhold-Postina.

Wenn Bad und Ex-Kinderzimmer nebeneinander liegen, ist der Ausbau in ein barrierefreies Badezimmer möglich. Ein Durchbruch bringt mehr Platz für Badewanne und Dusche.

Eines aber sollten Eltern dabei nicht vergessen, rät Jutta Kehr: "Kinder sind zwar aus dem Haus, sie kommen aber wieder und sie vermehren sich." Deshalb sollte eine Schlafgelegenheit für sie bereit stehen. Das Kinderzimmer in ein Gästezimmer umzuwandeln, ist auch deshalb eine gern gewählte weitere Option.