Senioren

Lesen im Alter trainiert das Gedächtnis

Wer in den Ruhestand geht, hat plötzlich viel Zeit zur Verfügung - auch zum Lesen.

Experten befürworten das: "Lesen hält ältere Menschen geistig aktiv und ermöglicht ihnen, bei aktuellen Themen mitreden zu können", sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) in Bonn. Es gebe zwar Hindernisse wie zum Beispiel die nachlassende Sehkraft oder Konzentration. Doch sollte das Lesen nicht aufgegeben, sondern den Fähigkeiten angepasst werden.

Durch die Fähigkeit, Wörter im Gehirn in Bilder umzusetzen, werde die Gedächtnisleistung unterstützt. Und durch das Auseinandersetzen mit Texten würden der Wortschatz, der Sprachgebrauch und die Konzentrationsfähigkeit gefördert, sagt Simone Helck vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in Köln. Einmal im Jahr ein Buch in die Hand zu nehmen, reiche aber nicht aus, sagt der Mediziner Manfred Gogol, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie. Er empfiehlt, sich Literatur über Themen zu suchen, die wirklich interessieren. Sind lange Romane zu anstrengend, können Ältere auf Kurzgeschichten oder Kurzfassungen von Romanen zurückgreifen. Voraussetzung sei aber, dass Sehschwächen korrigiert würden, etwa durch eine Brille. Zudem gibt es viele Verlage, die Bücher mit Großbuchstaben und breiterem Zeilenabstand anbieten.

( dpa )