Sicherheit

Verbleib in eigener Wohnung steigert Lebensqualität im Alter

Zum heutigen "Tag der älteren Generation" macht der Malteser Hilfsdienst auf eine zunehmende Vereinsamung und Verarmung älterer Menschen aufmerksam. "Während die Werbung uns braun gebrannte, Golf spielende Rentner zeigt, erleben unsere Mitarbeiter Tag für Tag eine andere Realität", erklärte der Malteser-Vorsitzende Karl Prinz zu Löwenstein.

Hilfsbedürftige ältere Menschen bestellten etwa beim Menüservice die warme Mahlzeit ab, weil ihre Rente dafür nicht reiche. Löwenstein rief zu "mehr Wachsamkeit für die Bedürfnisse der Älteren" auf. "Viele einsame Menschen rufen nur deshalb bei uns an, weil sie niemand anderen zum Reden haben." Auch Armut führe zusätzlich zu Einsamkeit, warnte der Malteser-Vorstand. Häufig versuchten alte Menschen, ihre Armut zu verbergen und brächen Kontakte ab aus Scham, ihre Notsituation zuzugeben.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) fordert, dass die Kommunen stärker dafür sorgen, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung altern können. In vielen Quartieren fehlten die Voraussetzungen für einen langen Verbleib in der gewohnten Umgebung. Beispielsweise gebe es großen Handlungsbedarf für eine altersgerechte Infrastruktur, bedarfsgerechte Wohnmöglichkeiten und soziale Angebote. Dazu gehöre auch eine wohnortnahe Beratung. So müssten sich viele Ältere oftmals für die stationäre Pflege entscheiden.

Quartierskonzepte beschäftigen sich damit, älteren Menschen auch bei Pflegebedarf zu ermöglichen, in ihrem Haus oder ihrer Wohnung zu bleiben. Die Politik müsse "mutig" überlegen, wie die Kommunen bei der Umsetzung unterstützt werden können, sagte KDA-Geschäftsführer Peter Michell-Auli. Oftmals fehle den Kommunen das nötige Geld. Durch einen längeren Verbleib zu Hause könnte viel Geld in der stationären Pflege gespart werden, erklärte Ursula Kremer-Preiß, Leiterin des Bereichs Wohnen und Quartier beim KDA. Vor allem aber erhöhe der lange Verbleib der Menschen zu Hause deren Lebensqualität.

Das KDA setzt sich für die Lebensqualität und Selbstbestimmung älterer Menschen ein. Es berät, bildet fort und informiert die Öffentlichkeit.