Technik für Senioren

Lieber ein Leben mit Roboter als ein Leben im Altenheim

In den kommenden Jahren werden Haushaltsroboter und automatisierte Lösungen für ältere Menschen zunehmend in die Haushalte einziehen und auch Pflegeaufgaben übernehmen. Dies geht aus einer Studie des Verbandes der Elektrotechnik (VDE) "Mein Freund der Roboter" vor, die der Verband jetzt im Vorfeld der Hannover Messe vorgestellt hat.

Vor allem im Bereich der Rehabilitationsrobotik, wie zum Beispiel intelligente Rollstühle, kleine Roboterarme oder neuartige Beinprothesen erwartet der VDE in naher Zukunft große Fortschritte. Sie ermöglichen es heute schon alten, kranken oder behinderten Menschen, verlorene Mobilität und Selbstständigkeit zurückzugewinnen.

Einen kommenden Boom sieht der Verband in der Entwicklung von menschenähnlichen Robotern (Humanoide) als Haushaltshelfer für komplexe Aufgaben oder als persönlicher Assistent für ältere Menschen. Roboter sollen, so die Vision, gemeinsam mit den älteren Menschen den Alltag bewältigen und sie dabei unterstützen, länger möglichst eigenständig zu leben. Der VDE-Studie zufolge steht die Mehrheit der Senioren (56 Prozent) Servicerobotern positiv gegenüber. Auch 50 Prozent der Pflegekräfte befürworten den Einsatz von Robotern im privaten Bereich. Am beliebtesten sind Roboter, die Aufgaben im Alltag autonom erledigen, insbesondere Staubsauger- und Wischroboter oder Roboter, die Fenster putzen können. Aber auch futuristische Anwendungsszenarien wie der "roboterisierte Rollstuhl" können sich viele ältere Menschen vorstellen. Und auch im Gesundheitsbereich könnten Roboter Unterstützung leisten. So sind sie als Fitness-Coach oder im gesundheitlichen Monotoring denkbar. Allerdings lehnen laut VDE-Studie noch 40 Prozent der Senioren die Servicerobotik im Alltag ab. 60 Prozent der Befragten empfinden Robotik gar als "unheimlich".

Der Wunsch nach einer selbstständigen Lebensführung ist jedoch ein starker Faktor für die Akzeptanz. So sprachen sich die Befragten trotz ihrer Vorbehalte gegenüber Automaten, die direkt mit den Menschen kommunizieren oder sie sogar berühren, in der Mehrheit doch für ein Anwendungsszenario wie einen roboterisierten Rollstuhl aus. Der Gewinn an Mobilität, Selbstständigkeit und Schutz der Intimsphäre wird hier doch höher bewertet.