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Auf der Suche nach dem Mann fürs Leben

| Lesedauer: 3 Minuten

Gibt es den Mann fürs Leben? Und vor allem: Wie findet man ihn? Die Berliner Autorin Christiane Hagn (30) wollte nichts mehr dem Zufall überlassen und probierte ein halbes Jahr lang 33 verschiedene Strategien aus, um ihrem Traummann zu begegnen. Gabriele Eisenrieder hat mit ihr über Taktik und Erfolge gesprochen.

Berliner Morgenpost: Frau Hagn, haben Sie ihn gefunden?

Christiane Hagn: Das wird nicht verraten! Nur so viel: Ich habe unheimlich viele interessante und nette Männer kennengelernt.

Berliner Morgenpost: Und jetzt geht die Suche weiter?

Christiane Hagn: Dieses Thema ist ja immer präsent im Leben einer Singlefrau um die 30. Aber es beschäftigt mich momentan nicht mehr so intensiv. Durch die Arbeit zu diesem Buch bin ich abgebrühter geworden.

Berliner Morgenpost: Wieso abgebrühter?

Christiane Hagn: Ich habe viele Sachen ausprobiert, die ich normalerweise vielleicht nicht gemacht hätte: mich zu einem Tangokurs angemeldet, Kontaktanzeigen aufgegeben, war beim Jumping-Dinner und sogar auf einer SM-Party. Ich habe in einem halben Jahr mehr als 33 Männer kennengelernt und auch Körbe bekommen. Irgendwann sieht man das alles gelassener.

Berliner Morgenpost: Welche Methode ist am erfolgversprechendsten, um in Berlin Männer kennenzulernen?

Christiane Hagn: Erstaunlicherweise das Online-Dating. Da lernt man relativ einfach und schnell Leute mit ähnlichen Interessen kennen. Oder Gassi-Gehen. Da kann man sich auch bequem aussuchen, ob man in den Görlitzer Park geht und eher einen Mann mit Dreadlocks kennenlernt oder am Grunewaldsee einen Millionärswitwer. Das hat zwar bei mir nicht funktioniert, aber definitiv Potenzial.

Berliner Morgenpost: Und welcher Versuch hat Ihnen am besten gefallen?

Christiane Hagn: Als ich vier Passfotos mit meiner Telefonnummer in vier unterschiedlichen Büchern in vier unterschiedlichen Buchhandlungen versteckt habe. Das kam meiner romantischen Veranlagung sehr entgegen. Leider hat keiner angerufen.

Berliner Morgenpost: Ist die moderne, selbstständige Frau also doch hoffnungslose Romantikerin?

Christiane Hagn: Mir wäre es schon lieber, dass jemand mein Bild in einem Roman findet und mich dann so toll findet, dass er anruft. Ich fände es unromantisch zu sagen: "Kinder, ich habe Papa aus dem Katalog!"

Berliner Morgenpost: Also haben Sie die traditionelle Vorstellung einen Mann zu finden, zu heiraten und Kinder zu bekommen?

Christiane Hagn: Nein, ich schreibe auch im Vorwort, dass ich gar nicht weiß, ob ich Kinder möchte. Aber natürlich hätte ich gern jemanden, mit dem ich eine Zeit lang zu zweit durchs Leben gehe.

Berliner Morgenpost: Rund 28 Prozent aller Berliner sind Singles. Was glauben Sie, woran das liegen könnte?

Christiane Hagn: Vielleicht ziehen viele Singles nach Berlin, weil hier immer was los ist. Oder weil sie glauben, sie finden hier jemanden. Sie sollten unbedingt ein paar Aktionen aus meinem Buch ausprobieren. Ich habe so immerhin einige neue Freundschaften geschlossen.

"Auf Männerfang" von Christiane Hagn, Schwarzkopf Verlag, 240 Seiten, 9,95 Euro, erscheint heute, am 1. März