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Studie: Eltern wollen Kinder am PC schützen - tun es aber nicht

Spielen, lernen, Hausaufgaben machen: Der Computer gehört für Kinder längst dazu. Aber nicht alle Seiten sind für sie geeignet. Das ist den meisten Eltern auch bekannt: Mehr als 60 Prozent von ihnen befürworten deshalb technische Hilfsmittel wie eine Filtersoftware, so das Ergebnis der "Kinder und Medien"-Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest.

Allerdings setzen die wenigsten Eltern diese Erkenntnis am eigenen Computer auch um: Nur 14 Prozent der Befragten haben tatsächlich Schutzprogramme installiert. Dabei bieten die gängigen Betriebssysteme nach Informationen der Initiative "Schau hin!" schon viele kostenlose Möglichkeiten, den technischen Schutz zu verbessern, ohne eine spezielle Software zu installieren.

Auf der Website der Initiative ( www.schau-hin.info ) gibt es für Eltern ausführliche Anleitungen für sichere Einstellungen beim heimischen Computer. Hier finden Eltern Anleitungen, wie sie für ihre Kinder ein eigenes Benutzerkonto oder eine kindgerechte Startseite festlegen können. Dafür eignet sich eine Kindersuchmaschine wie www.blindekuh.de oder www.fragfinn.de , die Kinder auf geeignete Seiten weiterleitet. Internetseiten, die den Kindern besonders gut gefallen, können als Favoriten eingerichtet werden. So gelangen Kinder ohne Umwege direkt dorthin. Zu den ersten Schritten gehört auch die gemeinsame Einrichtung einer E-Mail-Adresse. Diese sollte auf keinen Fall den richtigen Vor- und Nachnamen des Kindes enthalten, sondern einen Spitz- oder Fantasienamen.

Zusätzlich können Eltern in dem Internetbrowser Einstellungen vornehmen, die Webinhalte filtern. "Schau hin!" zeigt, wie diese Filter bei den gängigsten Browsern aktiviert und angepasst werden können. Darüber hinaus gibt es die die Möglichkeit, Zeitkonten einzurichten, damit Kinder nicht unbegrenzt im Netz surfen. Doch technische Maßnahmen allein könnten die Rolle der Eltern bei der Medienerziehung nicht ersetzen, heißt es bei "Schau hin!". Weitere Tipps, wie man Kinder für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet fit machen kann, finden Eltern ebenfalls unter www.schau-hin.info . Die Studie "Kinder und Medien" (Kim) des Forschungsverbundes Südwest gibt es seit 1999. Sie beschäftigt sich mit dem Stellenwert der Medien im Alltag von Sechs- bis 13-Jährigen.