Kirche

Studie: Religion ist bei Älteren nicht mehr selbstverständlich

Die Kirche kann die Generation der über 60-Jährigen nicht automatisch als sichere Basis ihrer Gottesdienste und Angebote betrachten.

Das geht aus einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) über "Religiosität im dritten Lebensalter" hervor, deren Ergebnisse die Sozialwissenschaftlerin Petra-Angela Ahrens aus Hannover bei der Tagung "Altersarbeit" vorgestellt hat. Die Studie soll im April veröffentlicht werden.

Die Untersuchung stelle fest, dass sich 37 Prozent der befragten Männer und Frauen als religiös einstufen, sagte Ahrens. 26 Prozent der Interviewten hätten angegeben, dass sie regelmäßig einen Gottesdienst besuchen. Eine Minderheit von 39 Prozent sei in das Leben einer Kirchengemeinde eingebunden. Frühere Studien hätten hier noch eine Zahl von 58 Prozent ermittelt. Die "nachwachsenden Älteren", so lege es die Untersuchung nahe, entfernten sich von der Kirche.

Wenn die Gemeinden diesem Trend mit neuen Angeboten wie "Großeltern-Enkel-Freizeiten" oder Nachbarschaftshilfen entgegensteuerten, könnten sie damit nur das Interesse derjenigen wecken, die ohnehin mit der Kirche verbunden seien, stellte Ahrens fest. Neuere Aktivitäten seien oft nicht bekannt genug und würden von nur wenigen Menschen genutzt. Relativ hoch schätzt die Sozialwissenschaftlerin die Bereitschaft der Generation über 60 zu ehrenamtlicher Arbeit ein, wenn sie eine kirchliche Nähe haben. Die Freiwilligen wollten allerdings nicht für jede Mitarbeit zur Verfügung stehen.