Jugendschutz

Filter-Software bietet Kindern nur lückenhaften Schutz

Jedes vierte deutsche Elternpaar beschränkt die Internetnutzung seiner Kinder mit spezieller Filter-Software. Damit sind deutsche Eltern weniger streng als der Durchschnitt der Mütter und Väter in der EU, wo jeder dritte dem Nachwuchs bestimmte Webseiten blockiert.

Das ist das Ergebnis einer europaweiten Umfrage unter Eltern, die die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel vorgestellt hat. Doch sollten sich Eltern auch nicht vollständig auf die Programme zur Sperrung verlassen. Laut der Studie blockieren zwar 84 Prozent der getesteten Programme entsprechende Inhalte. Allerdings sei die Wirksamkeit bei der Filterung von Web 2.0-Inhalten, also sozialen Netzen oder Blogs, deutlich geringer. Zudem seien nur wenige Produkte in der Lage, durch Mobiltelefone oder Spielkonsolen abgerufene Inhalte zu filtern.

Computerprogramme seien "kein Allheilmittel", betonte auch ein Sprecher der für digitale Medien zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes. Es gebe auch andere Möglichkeiten, um zu kontrollieren, was Kinder sich im Internet anschauen. 58 Prozent der Mütter und Väter gaben in der EU-weiten Befragung an, in der Nähe zu bleiben, wenn ihr Nachwuchs im Internet surfe. 70 Prozent sagten, sie sprächen mit ihren Kindern über deren Internetnutzung.

Für die Studie wurden zwischen April und August 2010 in 25 Ländern mehr als 25 000 Kinder und jeweils ein Elternteil befragt. Zudem wurden 26 PC-Programme, drei Anwendungen für Spielkonsolen und zwei Programme für Mobiltelefone analysiert.