Ratgeber

Sollen beide Ehepartner ins Grundbuch?

Wir sind in das Haus gezogen, das ich von meinen Eltern geerbt habe. Meine Frau möchte jetzt, dass sie auch im Grundbuch steht. Ist das sinnvoll?

Thomas K. aus Spandau

Solange ihre Ehe gut geht, spielt es keine Rolle, wer im Grundbuch steht. Sie haben beide das gleiche Recht, in dem Haus zu wohnen. Es spielt auch keine Rolle, von wem die Kinder später das Haus erben. Wer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, ist aber von großer Bedeutung, wenn die Ehe schiefgehen sollte.

Sie haben mit ihrer Frau vermutlich keinen Ehevertrag abgeschlossen. Dann leben Sie mit ihr in Zugewinngemeinschaft. Trotzdem gehört Ihnen das Haus, das Sie geerbt haben, allein. Im Falle einer Trennung kann es zum Streit kommen, wer in dem Haus bleiben darf. Dann steht Ihnen als dem Eigentümer immer ein Vorrecht zu. Bei einer Scheidung dürfen Sie das Haus auch behalten und müssen deswegen an ihre Frau keinen Zugewinnausgleich zahlen.

Ganz anders sieht es aus, wenn Sie Ihre Frau ins Grundbuch mit aufnehmen. Sie wird dann Miteigentümerin mit gleichen Rechten. Im Falle der Trennung hat keiner von Ihnen ein Vorrecht, im Haus zu bleiben. Notfalls, wenn Sie sich nicht einigen, muss das Haus verkauft werden. Den Erlös müssen Sie sich teilen. Ihre Frau muss im Fall der Scheidung höchstens einen Teil dieses Erlöses als Zugewinnausgleich wieder herausgeben.

Wenn Sie Ihrer Frau die Hälfte des Hauses überlassen, ist das also ein großes Geschenk. Beide sollten aber auch wissen, was das Geschenk bedeutet.

Morgen berät Sie Hebamme Josefine Nowak zu Schwangerschaft und Geburt. Wenn Sie auch eine Frage haben, schreiben Sie an familie@morgenpost.de