Geld

40-Euro-Gutschein für jedes Baby

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Ingo Rössling

In Marzahn-Hellersdorf schenkt das Bezirksamt seit 1. Januar jedem neugeborenen Kind 40 Euro. Der "Familienbildungsgutschein" - bisher einmalig in Berlin - wird den Eltern vom Kinder- und Jugend-Gesundheitsdienst zugesandt.

Er gilt auch für jedes angenommene Pflege- oder Adoptivkind und für Mütter oder Väter mit Migrationshintergrund. Mit dem Gutschein, der in zwei Teilen einlösbar ist, können die Eltern bei Vereinen und Einrichtungen des Bezirkes spätestens bis zum zweiten Geburtstag ihres Kindes unter zwölf Kursen wählen. Dort lernen und üben sie, was ihrem Baby gut tut, wie Erziehungsfehler zu vermeiden sind.

So werden ihnen nach dem sogenannten Pekip-Programm (Prager Eltern-Kind-Programm) geeignete Spiele oder Bewegungsübungen beigebracht. Es gibt auch Lehrgänge für Babymassagen, zum Beispiel für die Schmetterlings-Babymassage, bei der mittels zart streichelnder Hände speziell in den ersten Wochen nach der Geburt ein inniger Kontakt zwischen Eltern und Kind hergestellt werden soll. Zum Angebot gehören Kurse wie "Fit for Fun", "Erziehung mit Herz und Verstand" und "Starke Eltern - starke Kinder". In "Sprechstunden für unruhige Babys" kann gelernt werden, wie man am besten mit häufig schreienden Kindern umgeht.

Die Gutschein-Initiative wird vom bezirklichen "Netzwerk rund um die Geburt" begleitet. Dazu haben sich das Bezirksamt, die Geburtsklinik im Vivantes Klinikum Hellersdorf, Eltern- und Familientreffs, Kinderärzte und Gynäkologen vereint. Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke): "In Marzahn-Hellersdorf werden jedes Jahr etwa 2000 Kinder geboren." Es sei der Bezirk mit den meisten minderjährigen und allein erziehenden Müttern. Das Angebot solle die Schwellenangst senken, außerfamiliäre Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Die Bezirksverordneten haben für 2010 und 2011 je 25 000 Euro bewilligt, obwohl der Bezirk 32 Millionen Euro Schulden hat. Durch Einsparungen sollen bis 2011 etwa 20 Millionen abgebaut sein. Finanzstadtrat Stefan Komoß (SPD) hält das Projekt dennoch für eine "wichtige Prävention". Er sagt: "Wenn man früh Gutes für Eltern und Kinder tut, hat man später keine sozialen Folgekosten." Der Bezirk rechne damit, dass nur ein Drittel der Eltern die Hilfe annimmt. Wenn es mehr sein sollten und die 25 000 Euro verbraucht seien, müssten die Eltern auf 2011 vertröstet werden.

"Wir haben die meisten minderjährigen Mütter" Bürgermeisterin Dagmar Pohle