Kriminalität

An Berlins Schulen wird mehr geklaut

Ob MP3-Spieler oder das neue Handy vom Weihnachtsfest: Die Polizei ruft Schüler auf, besser auf ihre Wertsachen achtzugeben. "Sie sollten möglichst nichts Hochwertiges in die Schule mitbringen", sagte der Vize-Chef der Zentralstelle für Prävention im Berliner Landeskriminalamt, Alexander Tönnies.

"Wer etwas neu hat, sollte damit auch nicht prahlen - das weckt Begehrlichkeiten." Die Zahl der Diebstähle an den gut 900 Schulen der Hauptstadt war zuletzt gestiegen, am häufigsten hatten es Diebe nach wie vor auf Fahrräder abgesehen. Aber auch I-Pods, Handys, Geldbörsen sowie Kleidungsstücke verschwinden oft.

Insgesamt sieht die Polizei die Schulen aber nicht als kriminalitätsbelastete Orte. "Wir empfehlen allen Schülern, sich in der Schule einen verschließbaren Spint zu mieten", sagte Tönnies. Problem dabei aber ist, dass nur wenige Schulen Schließfächer oder Schränke anbieten. "Als Polizei versuchen wir aber, bei Neu- oder Umbauten auf Schließfächer zu drängen", betont Tönnies. Wichtig sei auch, dass Schüler ihre Fahrräder sicher abstellen könnten. "Die Ständer dürfen nicht in irgendeiner dunklen Ecke stehen, sondern müssen gut einsehbar sein, damit man da nicht ungestört den Bolzenschneider ansetzen kann." Lehrer sollten PC, Laptops und Beamer sicher wegschließen können. Rund 200 Beamte der Polizei beraten die Schulen in Sicherheitsfragen und auch zu Anti-Gewalt-Veranstaltungen.

2008 war die Zahl der einfachen Diebstähle an Schulen auf 1600 gestiegen und lag damit über den Zahlen für Sachbeschädigung und Körperverletzung, die laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik zuvor im Vordergrund standen. Mit gut 1000 Fällen haben auch die sogenannten schweren Diebstähle zugenommen. Dazu zählt etwa, wenn die Täter in Klassenräume einbrechen oder Fahrradschlösser knacken. Zahlen für das ablaufende Jahr 2009 sind noch nicht veröffentlicht.

Viele Diebstähle passieren in den Pausen oder in den Umkleideräumen von Sporthallen. Ein Wilmersdorfer Gymnasium hat daher zum Beispiel zwei Eimer in der Turnhalle aufgestellt, in die während des Sportunterrichts Wertgegenstände gelegt werden können. Aber selbst aus diesen Eimern wurde schon geklaut, wissen die Schüler.

Als erfreulich sieht die Polizei hingegen die Entwicklung bei der Schulhofgewalt. "Wir erleben eine höhere Sensibilität beim Thema Gewalt", berichtete Tönnies, die Zahl der Raufunfälle sei seit Jahren rückläufig.